Mehr Transparenz reicht nicht

Lilli Mehne über die Bekämpfung von Rassismus in der Polizei

Nicht in allen Bundesländern gibt es unabhängige Beschwerdestellen zur Polizei.
Nicht in allen Bundesländern gibt es unabhängige Beschwerdestellen zur Polizei.

Kein einziges Bundesland verpflichtet seine Polizist*innen dazu, Fortbildungen zum Thema Rassismus zu besuchen. Studien zu Rassismus in der Polizei werden in gerade mal drei Bundesländern durchgeführt. Nur Bremen, Schleswig-Holstein und Frankfurt am Main haben Referent*innen, die sich der Antidiskriminierungsarbeit widmen.

Davon braucht es mehr. Mehr Fortbildungen, mehr Transparenz, mehr Referent*innen. Doch das ist immer noch zu wenig. Um dem Rassismus und Antisemitismus in den Reihen der Polizei Herr zu werden, müssen strukturelle Veränderungen her, und zwar schnell und tiefgreifend. Denn es ist nicht nur das rassistische Individuum, das die Polizei zu einer rassistischen Institution macht. Nein, denn diese menschenverachtende Ideologie ist tief verankert in den Strukturen, von antiziganistischen Denkmustern bis zu rassistisch geprägtem »Wissen«, das von Polizist*innen vermittelt wird.

Um all das bewältigen zu können, müssen wir uns diesen unangenehmen Wahrheiten stellen. Vielleicht sind wir dann irgendwann bereit zu überlegen, ob wir Polizei überhaupt brauchen.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal