Die Gewerkschaften sind am Zug

Der aktuelle Europäische Tarifbericht warnt vor deutlichen Reallohnverlusten

Auch sie sollten sich nicht einreden lassen, höhere Löhne seien zurzeit nicht drin: Arbeiter im Volkswagen-Werk in Zwickau.
Auch sie sollten sich nicht einreden lassen, höhere Löhne seien zurzeit nicht drin: Arbeiter im Volkswagen-Werk in Zwickau.

Während aufgrund der hohen Inflation EU-weit die Reallöhne zum ersten Mal seit Jahrzehnten sinken, machen Konzerne – wie beispielsweise in der deutschen Automobilindustrie – in der Krise Milliardengewinne. Die Umverteilung zulasten der Beschäftigten ist in vollem Gange, was die Arbeitgeberseite nicht davon abhält, an die Gewerkschaften zu appellieren, »im übergeordneten Interesse« auf Forderungen nach Lohnsteigerungen zu verzichten.

Das aber greift viel zu kurz und verkennt absichtlich die Ursachen der momentanen Preisdynamik. Im Gegenteil sind hohe Lohnforderungen vor allem in Branchen mit guter Gewinnentwicklung gerade angesagt. Zudem solche von den Autoren des Tarifberichts auch als durchaus verkraftbar für die Unternehmen analysiert werden. Es kommt jetzt also auf kämpferische Gewerkschaften an. Denn dass der Staat mit seinem FDP-Finanzminister eingreift und durch wirkliche Entlastungen für die Menschen oder eine Übergewinnsteuer für Unternehmen die sozial- und verteilungspolitischen Auswirkungen der Inflation abfedert, ist kaum zu erwarten.

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