Ein kleiner Schritt

Bei der Legalisierung darf bei Cannabis nicht Halt gemacht werden

  • Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach weiß, wie er von unangenehmen Themen wie der mangelhaften finanziellen Ausstattung ablenkt. Schnell ein Eckpunktepapier zur Legalisierung von Cannabis raushauen und so haben alle nur noch ein Thema. Die Kiffer*innen dürften sich nun über den Cannabis-Kabinettsbeschluss freuen, denn er ist sogar noch etwas liberaler als Lauterbachs Vorschlag. Trotzdem ist die Legalisierung von Cannabis letztlich nur ein kleiner Schritt hin zu einer humanen Drogenpolitik.

Die Kriminalisierung von sogenannten harten und Partydrogen verursacht noch weitaus mehr Schaden als jene von Cannabis. Es besteht die Gefahr von tödlichen Überdosen, weil der Reinheitsgrad nicht bekannt ist; meist sind die Streckmittel schädlicher als die eigentlichen Stoffe.

Wer eine progressive Drogenpolitik will, muss also auch über die Entkriminalisierung anderer Drogen sprechen. Nicht nur beim Cannabis ist der Krieg gegen die Drogen gescheitert. Er hat schon genug Schaden angerichtet, wie auf internationaler Ebene der Blick in Staaten wie Mexiko und Kolumbien zeigt.

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