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Ein Dutzend Mal sanftes Winterglück

Oberösterreich beweist, dass Winterurlaub auch jenseits der Piste spannend, lustig und schneesicher sein kann

  • Christian Haas
  • Lesedauer: 7 Min.
Auf Schneeschuhen kann man die Natur besonders genießen.
Auf Schneeschuhen kann man die Natur besonders genießen.

Es muss nicht immer die Skipiste sein. Winterfans können ihrem Bewegungsdrang auch auf dem Fatbike, auf dem Schlitten oder auf dem Pferd freien Lauf lassen. Hier kommen zwölf Tipps für einen sanften Winterurlaub zwischen Dachstein, Böhmerwald und Linz.

Hoch zu Ross durch den Schnee

Auf Schneeschuhen kann man die Natur besonders genießen.
Auf Schneeschuhen kann man die Natur besonders genießen.

Gut 700 Kilometer Reitwege machen das Pferdereich Mühlviertler Alm zur wohl größten Pferderegion Mitteleuropas. Mindestens genauso wichtig: Es finden sich mehr als 50 Betriebe, in denen das eigene Pferd untergestellt oder ein fremdes Tier gemietet werden kann, sei es für stunden- oder tageweise Ausritte. Und die sind, im Gegensatz zu anderen Regionen, durchaus auch im Winter machbar. Mehr noch: Wenn der Schnee das Geräusch der Hufe dämpft und die Sonne die Eiskristalle glitzern lässt, wird der Ausritt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Den Pferden jedenfalls wird die Kälte wenig bis nichts ausmachen.
Infos: www.muehlviertel-almfreistadt.at

Fettes Radvergnügen

Wer glaubt, Radfahren ist nur etwas für Sommersportler, der täuscht sich gewaltig. Mit E-Fatbikes, also Rädern mit Elektromotor und extrabreiten Reifen, geht’s auch über verschneite Straßen, Waldwege und gefrorene Wiesen. Die Ballonreifen ermöglichen einen leichten Lauf und eine einfache Kontrolle bei allen Schneebedingungen. Plus: Man muss sich das teure Gefährt ja nicht gleich anschaffen, in Windischgarsten lässt es sich unverbindlich testen, am besten bei einer geführten Rundtour. Da gibt es dann ein paar Extra-Fatbike-Fahrtipps vom Profi.
Infos: www.emobility.co.at

Auf schmalen Latten unterwegs

Stundenlang zwischen schneebedeckten Bäumen und Wiesen, mitunter auch an einem Bachlauf entlangzugleiten, ist für Langläufer das Höchste. In den Höhenzügen des Böhmerwaldes im Mühlviertel werden sie diesbezüglich besonders glücklich. Schließlich bietet das »Nordische Zentrum Böhmerwald« in Schöneben mehr als 80 Kilometer Langlaufloipen – mal im Tal, mal mit Anstiegen und meist sowohl für klassische als auch für Skating-Läufer geeignet. Langlaufen durch Wälder: schön. Ebenfalls herrlich: Langlaufen mit Ausblick. Den bietet die neue Höhenloipe Pillstein am Zwölferhorn oberhalb des nicht zuletzt für das »Weiße Rössl« berühmten Wolfgangsees auf jeden Fall.
Infos: www.boehmerwald.at

Auf breiten Schuhen durch den Schnee

Ohne Equipment »untenrum« kommt man im tiefen Schnee kaum voran, mit Schneeschuhen jedoch klappt es bestens. Selbst bei Neulingen stellt sich schnell der richtige Stapfrhythmus ein. Und angesichts der einmaligen Bergkulisse Euphorie. Dabei stehen in der Region Dachstein Salzkammergut gleich fünf neue panoramareiche Touren für Schneeschuhwanderer und Skitourengeher zur Wahl. Bei den durchschnittlich 4,5 Kilometer langen Strecken ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene eine passende Route dabei. Wie wäre es zum Beispiel mit der Tour auf die Goiserer Hütte? Für die gemütliche Einkehr auf knapp 1600 Meter Höhe spricht nicht nur die erhabene Lage, sondern auch die Speisekarte. Zu den Top-Empfehlungen der Wirte zählen die Kaspressknödel auf Rotkrautsalat, die hausgemachte Himbeertorte und das Schweinsbratl aus dem Holzofen. Letzteres sollte unbedingt vorbestellt werden. 

Weltmeisterlich rodeln

Keine Frage: Schlittenfahren gehört zu den Klassikern im Winterurlaub, nicht zuletzt, weil es für jedes Alter geeignet ist. Eine besondere Strecke wartet in Bad Goisern im Salzkammergut: die Trockentann-Rodelbahn. Nach einem Aufstieg von etwa 40 Gehminuten und 300 Höhenmetern geht’s dann auf der beleuchteten Tourenrodelbahn, die neben der ehemaligen Naturbahnrodel-WM-Strecke von 1992 angelegt ist, ab ins Tal.
Infos: dachstein.salzkammergut.at

Per Tourenski auf den Gipfel

Skitouren gehen – das ist für viele die pure Freiheit im Pulverschnee. Die Kombination aus fabelhaften Anstiegen und traumhaften Abfahrten elektrisiert, erst recht, wenn sich das Erlebnis in magischer Winterlandschaft abspielt und obendrein atemberaubende Ausblicke beschert. Besonders aussichtsreiche Touren erwarten Skitourengeher etwa in der Region Dachstein Salzkammergut, am Kasberg im Almtal oder in der Region Pyhrn-Priel. Auf den Großen Priel führt schließlich auch die längste Tour im Bundesland: Für die 19 Kilometer und rund 2500 Höhenmeter umfassende, mittelschwere Route sollte man definitiv weit vor Sonnenaufgang los, um sie an einem Tag zu schaffen.
Infos: www.oberoesterreich.at/winter/skitour/die-schoensten-skitouren.html

Maria, Josef und Jesus – unter Wasser

Perfekte Sichtweiten bis zu 30 Metern und absolute Stille erleben: Tauchen im Winter erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Im Neoprenanzug kann einem das kalte Wasser schließlich auch wenig anhaben, hinzu kommt, dass viel weniger (Boots-)Verkehr herrscht. Außerdem treffen Taucher im Attersee in der kalten Jahreszeit nicht nur auf die ganzjährig erreichbaren versunkenen Schiffe, Pfahlbauten und Wurzelstöcke, sondern auch auf die Unterwasserkrippe. Das kuriose und einzigartige Ensemble ist von Ende November bis 2. Februar 2023, ausgehend vom Tauchplatz Dixi in Weyregg, unter dem Wasser zu sehen.
Infos: attersee-attergau.salzkammergut.at

In drei Grad kaltem Wasser

Eisbaden erfreut sich vielerorts großer Beliebtheit. Auch der Staats-, Europa- und Weltmeister im Wakeboarden, der Oberösterreicher Kälte-Guru Daniel Fetz, schwört darauf. Nicht nur zwecks des »coolen« Vergnügens, sondern als Booster für die Gesundheit: um das Immunsystem zu stärken, einen stressigen Alltag erfolgreich zu meistern und um sportlich, beruflich und privat vorwärtszukommen. Fetz bietet in Steyregg eine Reihe von Eisbadeworkshops an, für Anfänger wie Fortgeschrittene.
Infos: www.fetzysworld.com/eisbaden

»Snow and Surf«

Snowboarden und Surfen: Diese Kombi ist der Traum für alle Brettljünger, die sowohl im Schnee als auch im Wasser unterwegs sein wollen. Bei »Snow and Surf« können sie das am selben Tag. Wie? Zuerst geht es mit der Seilbahn auf den Feuerkogel am Traunsee zum ausgedehnten Snowboarding. Teil zwei findet dann im Tal statt, genau genommen an Europas größter künstlicher Flusswelle »The Riverwave« an der Traun. Das zwischen 46,50 und 51,30 Euro teure Kombiticket beinhaltet eine drei, vier oder fünf Stunden gültige Skikarte am Feuerkogel und ab 16 Uhr Flutlicht-Surfen im Fluss.
Infos: feuerkogel.info/de/angebote-tickets/winter/kombiticket-snow-surf

Mit Rangern in den Park

Im Nationalpark Kalkalpen verfällt die Natur in der kalten Jahreszeit in eine nahezu meditative Ruhe. Schön, wenn man an dieser besonderen Stimmung teilhaben kann. So geht es unter der fachkundigen Anleitung eines Nationalpark-Rangers mit Schnee- oder Winterschuhen über Almen in ein unvergessliches Wintererlebnis. Auf einen der im Nationalpark lebenden Luchse zu treffen, ist zwar unwahrscheinlich, aber wer weiß: Womöglich sind ja immerhin seine Spuren zu finden? Vielleicht lassen sich ja auch Adler, Geier oder Steinböcke blicken? Dank des geübten Rangerauges und mitgeführter Ferngläser stehen die Chancen gar nicht so schlecht.
Infos: www.kalkalpen.at

Waldbaden im Winter

Kann es einen besseren Ort für den Trend Waldbaden alias Waldness geben als das Almtal, das zu den waldreichsten Gegenden des ganzen Landes zählt? Eben. Die vielen Bäume sind mit ein Grund, warum das Tal im Salzkammergut gar als 1. Europäische Waldness-Region ausgezeichnet wurde. Ein anderer sind die vielseitigen Angebote, die Heilkräfte des Waldes für das eigene Wohlbefinden zu mobilisieren. Das umfasst Achtsamkeitstouren durch den Wald, ausgedehnte Yoga-Sessions im Schnee und die Waldschule, in der Teilnehmer lernen, die Kräfte der Bäume für Körper und Geist nutzbar zu machen.
Infos: www.waldness.info/walderlebnis-europa

Von Irrlichtern und Moorgeistern

Das Ibmer Moor im sogenannten Entdeckerviertel unweit des bayerischen Burghausen stellt den größten zusammenhängenden Moorkomplex Österreichs dar. Bei einer nächtlichen Naturschauspiel-Tour ins Moor werden im Laternenschein die beeindruckende Stimmung und Mystik dieser Urlandschaft spürbar. So manches Moorgeheimnis wird dabei ergründet, etwa wie die Irrlichter im Moor entstehen. Die herrliche Naturlandschaft ist aber auch bei Tageslicht ein echter Hingucker.

Infos: naturschauspiel.at

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