Tschüss, Gasmangellage

Absurditäten bei der Energieversorgung

  • Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

So entspannt hat man Klaus Müller, den Chef der Bundesnetzagentur und Dauerwarner mit Blick auf die Energieversorgung, seit Monaten nicht gesehen. Auch wenn der Winter kalendarisch noch eine Weile dauern wird, besteht aus Behördensicht praktisch keine Gefahr einer Gasmangellage mehr. Milde sind die Temperaturen, Bürger wie Betriebe sparen eifrig, und die Märkte spielen auch nicht mehr verrückt. Alles in Butter also?

Dass dies nicht so ist, zeigen die mit der Krisenbewältigung verbundenen Absurditäten. Während Deutschland beteuert, man wolle die Treibhausgasemissionen reduzieren, um den Klimawandel zu begrenzen, hofft man mit Blick auf die Energieversorgung ganz offiziell, dass sich die Erderwärmung in der kalten Jahreszeit noch beschleunigt. Auf die naheliegende Idee, einen zügigen Erdgasausstieg einzuleiten, kommt niemand. Und während die Behörden beteuern, sie werden die verhängten Gaspreiserhöhungen der Versorger genau unter die Lupe nehmen, müssten sie die eigentlich drängende Frage angehen, wie man dafür sorgen kann, dass die niedrigeren Großhandelspreise beim Verbraucher ankommen. Stattdessen lautet die Parole: Tschüss, mögliche Gasmangellage, bis zum nächsten Winter!

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