Tiktok-Verbot: Datenbasierte Systemfeindschaft

Daniel Lücking zum geplanten Verbot von Tiktok in den USA

  • Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.

Ganz weg war es wohl nie, aber wenn es so unverblümt ausgepackt wird, dann irritiert das Feindbild »Kommunimus« erst einmal sehr. So auch jetzt, da der Gouverneur des US-Bundesstaates Montana, Greg Gianforte, das Verbot der Videoschnipsel-Plattform Tiktok gesetzlich verankern will, um »die persönlichen und privaten Daten der Menschen vor der Kommunistischen Partei Chinas zu schützen«. Dass die herrschende Klasse die Eigentumsfrage an persönlichen Daten zum Anlass nimmt, den angeblich drohenden gewaltsamen Umsturz der bisherigen Gesellschaftsordnung herbeizureden, ist durchaus zeitgemäß.

Gerade im aktuellen Kriegsgeschehen wäre eine weitere militärische Bedrohung kaum zu vermitteln, obgleich ja vor Taiwan schon geübt wird und China längst als zukünftiges Konfliktfeld abgemacht scheint. Aber kann ein solches datenbasiertes Feindbild funktionieren? Einst hatten die Proletarier in der Revolution nichts zu verlieren als ihre Ketten. Heute indes sind ihre Daten schon längst an die US-Geheimdienste und allerlei zivile Datenoligarchen verloren. Doch Datenschutz ist den Betroffenen überwiegend egal. Warum sollte es im Fall von Tiktok nun anders sein?

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Das beste Mittel gegen Fake-News und Rechte Propaganda: Journalismus von links!

In einer Zeit, in der soziale Medien und Konzernmedien die Informationslandschaft dominieren, rechte Hassprediger und Fake-News versuchen Parallelrealitäten zu etablieren, wird unabhängiger und kritischer Journalismus immer wichtiger.

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Vielen Dank!

Unterstützen über:
  • PayPal