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Katastrophe für Irans Regime

Oliver Eberhardt über den Absturz des Präsidenten

  • Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: 2 Min.
Von trauer keine Spur: Iranische Oppositionelle nehmen an einer Kundgebung vor der iranischen Botschaft in Berlin nach dem Tod des iranischen Präsidenten teil.
Von trauer keine Spur: Iranische Oppositionelle nehmen an einer Kundgebung vor der iranischen Botschaft in Berlin nach dem Tod des iranischen Präsidenten teil.

Irans Regime muss sich neu aufstellen. Ebrahim Raisi sollte als Präsident den Iran wieder auf den repressiven Kurs der Islamischen Revolution zurücksteuern, vielleicht sogar der nächste Ajatollah werden. Nun ist er tot; eine Katastrophe für das Regime auf vielen Ebenen. Nach dem schief gegangenen Angriff auf Israel schaffte es das Militär nun über Stunden nicht, zwei der wichtigsten Regierungsvertreter zu finden. Trauer um den Präsidenten: weitestgehend Fehlanzeige.

In 50 Tagen muss nun ein neuer Regierungschef gewählt werden und die reine Lehre wäre, dass der Wächterrat nur einen einzigen genehmen Kandidaten durchlässt. Doch in der vergangenen Woche geriet auch noch dieses vom Ajatollah Chomeini geschaffene Gremium ins Zentrum einer öffentlichen Debatte: Ex-Präsident Hassan Ruhani hatte den Wächterrat in einem offenen Brief kritisiert, als Gefahr für die Islamische Republik dargestellt. Macht man jetzt einfach weiter wie üblich, verstärkt das den Druck noch mehr. Denn Proteste kann man niederschlagen, Gedanken nicht.

Gleichzeitig richten sich die Augen auf das Amt des Ajatollahs: Ali Khamenei ist 85 Jahre alt, krank. Sollte er in den kommenden Wochen abtreten müssen, hinge alles von der Führung der Revolutionsgarden ab: Deren Kommandeur Hussein Salami würde wahrscheinlich den extrem konservativen Ex-Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad an die Spitze hieven wollen. Ahmadindeschad ist für die heutige Machtfülle der Revolutionsgarden verantwortlich.

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