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Grüne Woche mit Rotem Traktor

LINKE ist erstmals mit einem Stand auf der Agrarmesse dabei

Besucherinnen und Besucher der Grünen Woche können sich in diesem Jahr zum ersten Mal an einem Stand über linke Agrar- und Verbraucherschutzpolitik informieren. Dabei geht es um faire Löhne bei der Spargelernte, faire Preise im Supermarkt, Gentechnik und Lohndumping. Mit Kirsten Tackmann, der agrarpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, sprach Silvia Ottow.
Grüne Woche mit Rotem Traktor

ND: Wie passt die LINKE in die Schlemmer- und Kommerzwelt der Grünen Woche?
Tackmann: Wir wollen dem Kommerz etwas entgegensetzen, weil Landwirtschaft und Verbraucherschutz ur-linke Themen sind. Es geht um soziale Rechte, den Zugang zu Informationen, zu fairen Preisen, und um die Macht von den Verbraucherinnen und Verbrauchern, die beispielsweise entscheiden können, ob die Agro-Gentechnik angewendet werden soll oder nicht.

Was erwartet den Besucher an Ihrem Stand?
Zunächst ein roter Traktor. Damit wollen wir signalisieren, dass die LINKE tatsächlich auf dem Acker unterwegs ist. Wir haben ein paar Aktionsfelder, auf denen man sich über unsere Agrar- und Verbraucherschutzpolitik informieren kann. Abgeordnete der LINKEN im Bundestag und in den Landtagen stehen zu Gesprächen bereit. Die Besucherinnen und Besucher sollen uns ihre Meinung sagen. Wir wollen uns mit ihnen austauschen.

Eigentlich müssten Sie ja an allen Ständen präsent sein ...
Zwischen der Verbraucherhalle und der Bio-Halle sind wir, denke ich, gut aufgehoben. Wir überlassen es den Messebesucherinnen und -besuchern, zu entscheiden, ob sie sich halt auch für solche Fragen interessieren oder ob sie dann doch nur sozusagen das Menüangebot der Grünen Woche annehmen.

Faire Preise im Supermarkt ist eines Ihrer Kernthemen. Worum geht es da vor allen Dingen?
Einerseits müssen die Erzeugerpreise so sein, dass Landwirtinnen und Landwirte davon leben können. Andererseits müssen Lebensmittel bezahlbar sein. Wenn die Kaufkraft auf Grund von politischen Entscheidungen wie dem ewigen Lohndumping oder den niedrigen Regelsätzen bei Hartz IV so gering ist wie momentan, bekommen auch die Landwirte Schwierigkeiten. Wir müssen dringend am Lohnniveau und an der sozialen Sicherung von Menschen Änderungen herbeiführen, um Erzeugerpreise zahlen zu können, die den landwirtschaftlichen Betrieben das Überleben ermöglichen. Eigentlich müssen Lebensmittel wieder den Wert bekommen, den sie vor dem Preiskrieg der Supermarktketten hatten. Die Preiserhöhungen, die es jetzt gibt, kommen auch nicht alle bei den landwirtschaftlichen Betrieben an.

Die Bundesregierung plant, Lebensmittel mit der Bezeichnung »ohne Gentechnik« einzuführen. Wie stehen Sie dazu?
Wir sind für eine Bezeichnung, die für die Verbraucherinnen und Verbraucher klar, einfach und wahr ist. Mit dem Begriff »ohne Gentechnik« ist nicht das beschrieben, was tatsächlich gemeint ist. Die LINKE würde eine genauere Formulierung wie »gentechnik-frei gefüttert« bevorzugen. Diese Formulierung ist natürlich ein bisschen länger und ein bisschen unhandlicher, aber sie trifft den Kern. Die Grüne Gentechnik stellt ein ökologisches Risiko dar, das viele Menschen nicht eingehen wollen. Uns geht es um die Prozesskennzeichnung und nicht darum, ob in dem Produkt genetisch veränderte DNA drin ist oder nicht. Das ist gar nicht der Punkt, sondern es soll das ökologische Risiko beim Anbau von genetisch veränderten Futterpflanzen transparent gemacht werden.

Soll die Kennzeichnung die Unterschiede verwässern?
Es entsteht der Eindruck, dass genau die Leute nach Transparenz rufen, die diese sonst nicht wollen, sondern den Verbraucherinnen und Verbrauchern suggerieren, dass im Prinzip fast jedes Lebensmittel irgendwie genetisch verändert wurde. Am Ende soll die Erkenntnis stehen, dass überall Gentechnik drin ist. Aber es gibt Unterschiede. Für uns ist die klare Abgrenzung wichtig. Auf der einen Seite steht die grüne Gentechnik, also die genetisch veränderten Futterpflanzen, und auf der anderen Seite die rote, medizinische und die weiße, also industrielle Gentechnik. Beide akzeptieren wir. Sie bergen zwar auch Risiken, existieren aber in geschlossenen Systemen und haben keine unwiderruflichen Folgen.

Unter dem Motto »Ich nehm' DIE LINKE« präsentiert sich Fraktion DIE LINKE erstmals auf der Grünen Woche. Zwischen Halle 6.2a und 6.2b fällt der knallrote Stand mit dem roten Traktor sofort ins Auge. Vom 18. bis 27. Januar stellen sich Mitglieder der Fraktion den Fragen der Besucherinnen und Besucher. ND

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