Absurde Aktion

Beschäftigte demonstrieren für Lidl

  • Lesedauer: 2 Min.

Eigentlich unfassbar: Anfang der Woche versammelten sich rund 500 Lidl-Mitarbeiter aus ganz Süddeutschland auf dem Karlsruher Stephanplatz (Foto: dpa), um für ihren Arbeitgeber zu demonstrieren. Sprüche wie »Wir arbeiten gern bei Lidl« oder »Wir brauchen keine Gewerkschaft« zierten die Transparente der Demonstrierenden, deren Aktion offensichtlich darauf abzielte, das angeschlagene Image des Konzerns aufzubessern. Lidl war in den letzten Wochen wegen Bespitzelung von Mitarbeitern erneut in Verruf geraten.

Organisiert hatte die Veranstaltung der Karlsruher Lidl-Filialleiter Andreas Kunze. Wegen der Medienberichte müssten sich nun die Beschäftigten ständig vor den Kunden rechtfertigen, obwohl die meisten von der Bespitzelung nicht betroffen waren, monierte er bei der Kundgebung. Die Lidl-Mitarbeiter wollten mitteilen, dass es ihnen gut gehe. »Wir sind alle freiwillig hier«, betonte er.

Ob es sich bei der Kundgebung um eine vom Konzern gekaufte Aktion handelte, mochte der badische ver.di-Sekretär Thomas Schark nicht einschätzen. Es sei dort viel gegen die Medien und ver.di geschimpft worden, sagte er dem ND. Gesagt worden sei dort auch, dass nicht Lidl Betriebsräte verhinderte, sondern die Beschäftigten selbst diese nicht wollten. »Wenn Lidl es wirklich ernst meint, dann sollen sie auf ver.di zukommen, damit Strukturen geschaffen werden können, um Betriebsräte zu gründen.« Dann könnten die Beschäftigten selbst wählen, ob sie solche Gremien wollten. IB

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