Infineon verlässt Arbeitgeberverband

IG Metall spricht von Missmanagement / Verluste bei Specherchiptochter

Frankfurt am Main (Agentu-ren/ND). Die IG Metall hat den Austritt des Chip-Herstellers Infineon aus dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie heftig kritisiert. Infineon sei durch Managementfehler in die Krise geraten, wofür nun die Beschäftigten zahlen müssten, sagte der bayerische IG-Metall-Chef, Werner Neugebauer, der »Frankfurter Rundschau« vom Donnerstag. »Dies zeigt, wes Geistes Kind das Management ist.«

Infineon hatte am Mittwoch nach der Tarifeinigung in der Metall- und Elektroindustrie im Pilotbezirk Baden-Württemberg mit sofortiger Wirkung seinen Ausstieg aus dem bayerischen Arbeitgeberverband VBM bekannt gegeben. Der Chip-Konzern hatte seinen Schritt mit »der gegenwärtig angespannten Marktsituation« begründet. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Konzerns habe der Infineon-Vorstand beschlossen, den Mitarbeitern im laufenden Geschäftsjahr keine Lohnerhöhungen zu zahlen. »Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sehen jedoch im Blick auf den von uns angestrebten wirtschaftlichen Erfolg unseres Unternehmens keine Alternative«, sagte Finanzvorstand Marco Schröter laut Mitteilung. Die IG Metall hatte sich am Mittwoch mit dem baden-württembergischen Arbeitgeberverband Südwestmetall auf ein Lohnplus von 4,2 Prozent verständigt, über das nun auch die anderen Tarifbezirke entscheiden.

Infineon leidet derzeit massiv unter hohen Abschreibungen bei der Speicherchiptochter Qimonda und der schwachen Konjunktur. Der Chiphersteller Infineon will sich von seiner Tochter, die wegen des Preisverfalls bei Speicherchips verlustreich arbeitet, trennen und sucht nach einem Investor. Qimonda hat kürzlich einen drastischen Personalabbau angekündigt. In Dresden sollen weitere 950 Stellen gestrichen werden. 2007 arbeiteten noch 3400 Beschäftigte und 500 Leiharbeiter in dem Betrieb, künftig sollen es 2600 sein. Am Hauptsitz München sollen 600 Arbeitsplätze wegfallen. Weltweit stehen sogar rund 3000 der insgesamt 13 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die IG Metall sieht das Unternehmen als produktiv, aber schlecht geführt an.

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