Auf der Mauer, auf der Lauer

  • Von Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe, Eberswalde
  • Lesedauer: 2 Min.

Erwähnt man gegenüber Gartenfreunden Wanzen, ist eine hörbare Gemütsbewegung die Regel. Ich will sie nicht deuten, sie spricht offenbar aber dafür, dass man Wanzen nicht kennt oder sie jedenfalls nicht als solche erkennt. Dabei gehören einige bunte zu den schönsten Insekten des Gartens.

Alle Wanzen haben einen Saugrüssel, mit dem sie Pflanzensaft saugen oder als Räuber Beutetiere aussaugen, erstaunlich ist es, dass manche auch relativ trockene Samen ausbeuten. Charakteristisch sind die nur basal stärker chitinisierten Vorderflügel (wie bei Käfern). Sofern es vollständige gibt. Man sehe sich die oft in Massen auftretenden Feuerwanzen (irrtümlich Feuerkäfer!) an, wobei zu bedenken ist, dass Wanzen Insekten mit direkter Entwicklung sind, bei denen Larven und Erwachsene ähnlich sind.

Womöglich ist nur eine kleine Minderheit der Feuerwanzen voll geflügelt. Flugfähige besiedelten einst Gärten, in denen sie fehlten, ihre Nachkommen sind nun reichlich vorhanden. Viele Wanzen haben Stinkdrüsen, mit denen sie Beeren vergällen können. Häufig, aber nur einzeln, trifft man auf die prächtig grüne Stinkwanze, die mit etwa 15 mm Länge zu den größten Wanzen des Gartens gehört, mit bis zu 20 mm Länge ist nur die Saum- oder Lederwanze noch größer. Die Mehrzahl der Wanzen ist kleiner oder sogar viel kleiner, wie etwa die unscheinbaren Blumenwanzen, die man beim Aussaugen von Blattläusen oder anderen Insekten beobachten kann.

Außer den Landwanzen gibt es eine Reihe von räuberischen Wanzen, die jeden Gartenteich besiedeln. Dazu gehören die auf der Oberfläche dahingleitenden Wasserläufer, die wie Feuerwanzen großenteils verkürzte Flügel haben, und die größeren Rückenschwimmer, die schmerzhaft stechen können, wenn man sie mit der Hand ergreift. Blutsauger, wie die anscheinend wieder zunehmende Bett- oder die Schwalbenwanze gibt es im Garten nicht.

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