Für Migranten zu teuer

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Studie des Paritätischen Gesamtverbandes hat es deutlich gezeigt: Bildung in Deutschland ist ein Privileg. Menschen aus sozial schwachen Familien ist es kaum vergönnt, die Schule mit dem allgemeinen Abitur oder der Fachhochschulreife abzuschließen. Migrantenkinder sind laut Studie noch schlechter dran: 15 Prozent von ihnen schmeißen die Schule ohne Abschluss hin. Das sind mehr als doppelt so viele wie gleichaltrige Deutsche. Ein niederschmetterndes Ergebnis.

Es gibt einen unübersehbaren Zusammenhang zwischen Armut auf der einen und Benachteiligung von Migranten auf der anderen Seite. Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten häufig im Niedriglohnsektor. Ihre Beschäftigung ist oftmals befristet, Arbeitslosigkeit bei ihnen ein Dauerzustand. Unter diesen ökonomischen Voraussetzungen sind gute Bildungsabschlüsse für Migrantenkinder kaum erreichbar. Denn Bildung kostet in der Bundesrepublik einen Haufen Geld: Studiengebühren von 500 Euro monatlich oder mehr sind nicht zu bezahlen. Ebenso der Nachhilfeunterricht nach Schulschluss oder ein Computer für zu Hause.

Unser Bildungssystem ist also stark selektiv: Damit das nicht so bleibt, muss die Politik handeln. Die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems und ein auf Migrantenkinder zugeschnittenes Förderangebot wären ein Anfang. Außerdem darf der Besuch von Schule und Universität nichts kosten. Denn Bildung ist ein Menschenrecht und dafür bezahlt man nicht.

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