Von Alamo bis Zabriskie Point

München: »Magnum am Set«

  • Lesedauer: 2 Min.

Das Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern in München zeigt »Magnum am Set: von Chaplin bis Malkovich, von Alamo bis Zabriskie Point.«

Ein Film Still wurde zur Ikone: Marilyn Monroe im weißen Kleid, das ein Windstoß von unten hoch bläst. Die berühmte Szene aus Billy Wilders Film »Das verflixte 7. Jahr« hat sich tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben. Aber auch die schöne Liz Taylor auf der engen Wendeltreppe in »Plötzlich im letzten Sommer«, James Dean als Rebell im legendäern Filmepos »Denn sie wissen nicht, was sie tun« oder Romy Schneider und Gregory Peck in Orson Welles Verfilmung des Kafka-Romans »Der Prozess«.

Einzelne Aufnahmen haben sich zu Erinnerungen mit Langzeitwirkung verdichtet, auch wenn die Gesamthandlung der Filme längst vergessen ist. Für bestimmte Blicke, beeindruckende Gesichter, innige Kuss-Szenen, für entscheidende Momente waren immer der Regisseur – und der Fotograf – zuständig.

Fotografie und Film, sie sind wie ein altes Ehepaar, bei dem der eine nicht ohne den anderen kann. Benötigt der Film die Aufnahmen vom Set doch für seine Selbstdarstellung und Werbung in Zeitungen und Zeitschriften, für Starpostkarten, Programmhefte und Plakate. Tatsächlich arbeitete die Fotografen-Elite für das populärste Medum der Neuzeit – allen voran die Fotografen der amerikanischen Agentur »Magnum«, von denen jetzt ein Best-Of aus mehr als 100 Originalen gezeigt wird. Das umfangreiche Archiv-Material wurde nach 12 Kino-Klassikern geordnet.

So kann man zum Beispiel Charlie Chaplin bereits vor der Verwandlung in den traurigen Clown aus »Limelight« sehen, erlebt noch einmal die dramatischen Szenen in »Moby Dick«, erkennt John Wayne als Prototyp des Cowboys in »Alamo« oder erfreut sich an Szenen backstage aus dem unvergesslichen John Huston-Werk »Misfits« mit Marilyn, Clark Gable und Montgomery Clift.

Es sind überwiegend Blockbuster der amerikanischen und europäischen Filmgeschichte,darunter Antonionis »Zabriskie Point« mit dem Horrorbild des verfolgenden Flugzeugs in der Wüste, Zulawskis »Nachtblende« mit Romy Schneider und Klaus Kinski oder Schlöndorffs »Tod eines Handlungsreisenden« mit Dustin Hoffman.

Die Fotografen, unter ihnen Robert Capa, Inge Morath als einzige Frau und Henri Cartier-Bresson, stammten aus aller Welt und kamen eigentlich von der Kriegsberichterstattung, bedienten aber zunehmend Magazine wie LIFE oder LOOK mit Reportagen aus der Glamourwelt Hollywoods. Als Profis der Branche hatten sie den sicheren Blick für das, was die Leser-Masse weltweit wünschte.

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