UNASUR muss weiter vermitteln

Keine Schlichtung zwischen Chávez und Uribe

Die Staatschefs des südamerikanischen Staatenbundes UNASUR werden die Suche nach einer Lösung aufnehmen, um die Krise zwischen Kolumbien und Venezuela beizulegen.

Quito (PL/ND). Am Donnerstag war der Gipfel der Außenminister des UNASUR in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito ohne Verständigung beendet worden. »Es war unmöglich, sich auf ein Dokument zu einigen«, sagte der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño nach den fünfstündigen Beratungen der Vertreter von elf UNASUR-Mitgliedern. Das Treffen sei dennoch wichtig gewesen, weil es die Außenminister Kolumbiens und Venezuelas, Jaime Bermúdez und Nicolás Maduro, an einen Tisch gebracht habe, fügte der Gastgeber hinzu.

Bei den Ausführungen der Außenminister Venezuelas, Nicolás Maduro, und Kolumbiens, Jaime Bermúdez, war es zu harten Debatten gekommen. Maduro präsentierte im Namen seines Landes einen Vorschlag, der im August beim Treffen der Staatschefs besprochen werden soll: einen Friedenstisch, um den Bürgerkrieg in Kolumbien zu beenden. Dieser sollte sich hauptsächlich mit den Schäden auseinandersetzten, den der seit sechs Jahrzehnten anhaltende Bürgerkrieg in der »Friedenszone« anrichtet, als die die UNASUR den Subkontinent betrachtet. Dieser Krieg würde das kolumbianische Volk verwüsten.

Venezuela rief alle Regierungen, sozialen Bewegungen und Politiker des Kontinents dazu auf, diesen Vorschlag zu unterstützen und annullierte auf diese Weise die kriegerischen Vorschläge der am 7. August aus dem Amt scheidenden Regierung von Álvaro Uribe, der Caracas vorwarf, den kolumbianischen Konflikt internationalisieren zu wollen. Im Namen der amtierenden Präsidentschaft erneuerte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño die Bereitschaft der UNASUR, an Bedingungen zu arbeiten, damit Frieden und Kooperation in der Region siegen.

Kommende Woche will sich der UNASUR-Generalsekretär und frühere argentinische Präsident Néstor Kirchner zunächst mit Chávez in Caracas und anschließend am 6. und 7. August – am Rande der Feierlichkeiten zur Amtsübernahme von Juan Manuel Santos – mit der Regierung in Bogotá treffen.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal