»Bitte unterstützt uns weiter!«

In Namibia ist auch die DDR-Solidarität nicht vergessen

  • Von Susanne Laudahn, SODI
  • Lesedauer: 2 Min.
Naboth Nangolo im Gespräch mit Andreas Bohne von SODI
Naboth Nangolo im Gespräch mit Andreas Bohne von SODI

Trockentoiletten stehen in Otjiwarongo hoch im Kurs. »Ich bin sehr zufrieden mit der Toilette, denn sie funktioniert noch immer tadellos. Das Beste daran ist, dass die Kinder nicht mehr so oft krank werden«, weiß die Kindergärtnerin Selma Petrus die Vorzüge eines stillen Örtchens zu schätzen.

»Warum kommt ihr und fragt mich nach der Trockentoilette?«, fragt Naboth Nangolo skeptisch. Der 50-jährige Familienvater versteht nicht, warum wir gerade an dem stillen Örtchen so großes Interesse haben. »Wir sind von SODI und wollen wissen, ob Ihre Toilette funktioniert. Wissen Sie, Spenden aus Deutschland haben den Bau ermöglicht«, vermittelt SODI-Mitarbeiter Andreas Bohne die freundliche Absicht der Aufwartung.

Das Wort Deutschland weckt Interesse. »Aus welchem Deutschland, Ost oder West?«, will der Berufssoldat wissen. Naboth Nangolos Bruder hat in der DDR seine Ausbildung gemacht. Wir erfahren wieder einmal: In Namibia ist die DDR-Solidarität nicht vergessen. »Fragt mich, fragt mich!«, fordert Naboth uns nun auf. »Ja, die Deutschen haben den Bau unterstützt. Die Toilette funktioniert super.« Er führt uns zu seinem Häuschen und ruft auch gleich seine Frau aus dem Haus, die ihm beipflichtet.

Die Familie ist ganz weit aus dem Norden Namibias nach Otjiwarongo gekommen und hat auf dem Grundstück Nummer 376 ihr neues Zuhause gefunden. »Mein Nachbar hatte eine Trockentoilette, da bin ich einfach hingegangen und habe sie mir ganz genau angeschaut.« Er und seine Familie hatten bis dahin keine eigene Toilette. Für ihr dringendes Bedürfnis blieb ihnen nur der Gang in die Natur. Daher beschlossen Naboth und seine Frau, für die neunköpfige Familie eine eigene Toilette zu bauen. Das kleinste der sieben Kinder hatte bei der ersten Benutzung der neuen Toilette Angst. »Er hat nicht verstanden, warum er in ein kleines Häuschen gehen muss, und befürchtete, in die Schüssel zu fallen«, lacht Naboth. »Mittlerweile geht er aber schon ganz allein.«

Am Ende des herzlichen Gesprächs wird Naboth wieder ernst: »Jeder muss auf die Toilette. Es ist wichtig, dass noch mehr Menschen die Möglichkeit einer eigenen Toiletten haben. Bitte unterstützt uns weiter!«


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