Sozialexpertin sieht Anzeichen für steigende Altersarmut

Hannover/Bonn (epd). Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, sieht in der zunehmenden Zahl arbeitender Rentner ein Anzeichen für steigende Altersarmut. »Ich fürchte, dass der Großteil der über 65-Jährigen, die noch arbeiten, dieses tun, weil sie das Geld dringend brauchen, um über die Runden zu kommen«, sagte Mascher der »Neuen Presse« Hannover (Dienstagsausgabe).

Nach aktuellen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums müssen immer mehr Rentner arbeiten oder die staatliche Grundsicherung beantragen. Im Jahr 2010 gingen demnach rund 660.000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach. Im Jahr 2000 waren es nur 416.000. Mascher forderte Mindestlöhne, um eine höhere Rente zu sichern. »Hungerlöhne führen zu Hungerrenten.«

Besonders Frauen hätten im Alter nicht genügend Geld zum Leben, erläuterte die Sozialexpertin. Sie arbeiteten oft nur in Teilzeit und hätten dementsprechend niedrigere Renten. Zudem schämten sie sich, die Grundsicherung, eine Art Sozialhilfe für Rentner, zu beantragen. Der VdK in Bonn ist ein Interessenverband, der sich für Rentner, ältere Arbeitnehmer, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke, Pflegebedürftige und deren Angehörige einsetzt.

Internet: www.vdk.de

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