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  • Hallo Fahnenträger

Mark Kirchner

Alle nennen ihn nur den „Schmalen“ Erst in letzter Sekunde schaffte er den Sprung auf den Olympiazug. Nun ist der 23jährige Biathlet in Lillehammer Fahnenträger des deutschen Teams. Für den Skijäger aus Scheibe-Alsbach am Rerinsteig, der in den ver- ' gangenen fünf Jahren WM-Titel und - Auszeichnungen en : masse hamsterte, kam die Nominierung völlig überraschend. „Das ist eine große Ehre für mich, auch wenn ich kein Freund öffentlicher Auftritte bin. Olympischer Fahnenträger, das wird man nur einmal“, sagte Kirchner.

Die Laufbahn des 1,78 m großen und nur 68 kg schweren Thüringers verlief kometenhaft. Der zweifache Junioren-Weltmeister von 1988 gewann bereits ein Jahr später

das erste WM-Gold bei den Männern, dem er jedes Jahr mindestens einen weiteren Titel anfügte. Als dritter Biathlet in der Geschichte der seit 1960 olympischen Sportart wurde der Vater eines Sohnes und einer Tochter in einem Jahr (1991) dreifacher Weltmeister. Als er bei den Titelkämpfen 1993 über 20 km eine herbe Niederlage einstecken mußte, warf das den erfolgsverwöhnten Biathleten nicht um. „Irgendwann ^mußte das ja mal kommen“, kommentierte er den Absturz, um zwei Tage später im Sprint seinen siebenten WM-Sieg zu feiern.

Für Lillehammer konnte sich der Bundeswehr-Stabsunteroffizier erst bei der letzten Weltcup-Station qualifizieren. Sowohl läuferisch als auch beim Schießen hatte er Probleme. Eine Grippe und eine Fersenprellung brachten ihn aus der Spur. Inzwischen zeigt die Formkurve wieder deutlich nach oben. Kirchner selbst gibt sich bescheiden: „Wenn ich mit einer Olympia-Medaille nach Hause fahre, bin ich zufrieden“.

UWE JENTZSCH

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