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Tornadoeinsatz wäre Völkermord

Zu »Tornados und mehr für Jugoslawien-Attacke (ND vom 1. 10.):

Herr Rühe ist mit der Gnade der späten Geburt gesegnet. Er blieb von bitteren Erfahrungen der Bombardements im Zweiten Weltkrieg verschont.

Meiner Generation war diese Gnade nicht vergönnt. Von 1941 an - dem Beginn der alliierten Bombenangriffe - saßen wir fast jeden Tag und jede Nacht mehrmals in Luftschutzkellern, zitterten, wenn die Bomben krachten oder Phosphorkanister Menschen zu lebenden Fackeln machten. Hunderttausende verloren ihr Leben oder wurden verwundet. Auch meine Großmutter, meine beiden Neffen und der Schwiegervater meiner Schwester zählten zu den Opfern.

Betroffen von Bomben ist stets die Zivilbevölkerung. Es ist schrecklich, wenn man hört, daß 35 Kosovo-Albanern die Kehlen durchgeschnitten wurden. Serbien bestreitet jede Schuld. Ist das vielleicht ein neues

Gleiwitz, dessen Sender von Angehörigen der Waffen-SS in polnischen Uniformen zerstört wurde? Das diente zum Vorwand für den Überfall auf Polen und löste den Zweiten Weltkrieg aus. Wie dem auch sei, Bombardements brächten unzählige Opfer. Das wäre Völkermord und müßte vor einem Kriegsverbrechertribunal geahndet werden.

Ein Segen, daß es mit der PDS wenigstens eine Fraktion im Bundestag gibt, die gegen Bombenangriffe und alle Militäreinsätze im Ausland ist. Das wird dem Ruf Deutschlands gut tun.

Horst Bitschkowski

10P43 fterlin

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