Dieser Text ist Teil des nd-Archivs seit 1946.

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt. Je älter das Original, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der automatische Erkennvorgang bei einzelnen Wörtern oder Absätzen auf Probleme stößt.

Es kann also vereinzelt vorkommen, dass Texte fehlerhaft sind.

  • Politik
  • Preisrückgang im September

Feuerfrei

Eine niedrige Inflationsrate bringt auf den ersten Blick nur Vorteile: Die Waren werden kaum teurer, in einigen Berei-

chen sogar billiger, Sparguthaben behalten ihren Wert. Wenn das Statistische Bundesamt jetzt aber einen leichten Preisrückgang im September gegenüber dem Vormonat vermeldet und das Wirtschaftsministerium einen leichten Rückgang bei der Industrieproduktion, müßte das Warnglocken schellen lassen: Von einer deflationären Abwärtsspirale, die vor allem die Börsen an die Wand malen, mögen wir zwar noch entfernt sein, erste Anzeichen aber sind da. Volkswirte, Analysten und auch der IWF haben eine deutliche Wachstumsabschwächung für das kommende Jahr prognostiziert. Und auch die Forschungsinstitute werden in ihrem baldigen Herbstgutachten ihre Konjunktur-Erwartungen nach unten revidieren. Bleibt zu hoffen, daß die rot-grünen Koalitionäre die Zeichen der Zeit erkennen und etwas für die Binnennachfrage tun. Bis sie handlungsfähig werden, vergeht indes Zeit. Jetzt wäre die Bundesbank - in Abstimmung mit den EU-ropäischen Zentralbankern - gefordert, mit einem deutlichen Zinsschritt rezessive Tendenzen im Keim zu ersticken. Zwar besteht die Gefahr, zu früh sein Pulver zu verfeuern. Wartet man aber, bis die Deflation in Gang kommt, ist das Pulver - siehe Japan - längst naß geworden.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
Mehr aus: Politik