Streit bei Wüstenstromprojekt

Stiftung Desertec steigt aus Industriekonsortium aus

Heidelberg (Agenturen/nd). Der Streit zwischen der Stiftung Desertec, die Wüstenstrom aus Nordafrika und dem Nahen Osten nach Europa bringen will, und dem Industriekonsortium Dii, das das Projekt realisieren soll, ist eskaliert. Die Desertec Stiftung erklärte am Montag, sie kündige ihre Mitgliedschaft bei der Dii GmbH. Der Grund seien »unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten bezüglich der zukünftigen Strategie«.

Desertec richtete schwere Vorwürfe an die Führung der Dii. Mit dem Ausstieg wolle Desertec vermeiden, unverschuldet in den Sog negativer Berichterstattung über die Führungskrise des Industriekonsortiums gezogen zu werden. Berichten zufolge streiten die Dii-Geschäftsführer Paul van Son und Aglaia Wieland über die künftige Strategie: Van Son wolle Pläne für einen raschen Export von Wüstenstrom nach Europa vorerst zu den Akten legen, Wieland verfolge dieses Ziel weiter.

Ein Dii-Sprecher sagte der dpa, der Rückzug der Stiftung gefährde die Arbeit nicht substanziell. Er kündigte aber an, dass es an der Dii-Spitze zu personellen Veränderungen kommen werde. Für das Dii-Konsortium ist der Rückzug ein weiterer Rückschlag, nachdem bereits Siemens und Bosch der Initiative den Rücken gekehrt hatten.

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