Mehr als 400 US-Drohnen seit 2001 abgestürzt
Zeitung: Angeblich sichere unbemannte Flugkörper krachen in Häuser und auf Landebahnen / Auch eine Kollision mit Transportflugzeug der Air Force
Washington. Mehr als 400 große US-Drohnen sind weltweit nach einem Bericht der »Washington Post« seit dem Jahr 2001 abgestürzt. Die Zeitung untersuchte mehr als 50.000 Seiten mit Unfallberichten. Demnach hätten die unbemannten Flugzeuge wegen technischer Defekte, menschlichem Versagen, schlechtem Wetter und aus anderen Gründen versagt.
Die USA, die Drohnen seit Jahren für Angriffe im Anti-Terror-Kampf und zur Überwachung einsetzen, haben die Maschinen auch für Flüge über bewohnten Gebieten stets als sicher eingestuft. Nach Angaben der »Washington Post« wurden tödliche Vorfälle bei den untersuchten Abstürzen teilweise nur knapp vermieden.
So seien Drohnen etwa in Häuser, Bauernhöfe, auf Landebahnen, Autobahnen und Wasserstraßen gestürzt. Laut dem Blatt sei in einem Fall sogar eine Drohne mit einem Transportflugzeug der Air Force in der Luft kollidiert. Die Dokumente zeigten, dass oftmals Katastrophen nur knapp abgewendet werden konnten.
Der Bericht der »Washington Post« zufolge sind mehrere militärische Drohnen während des Fluges einfach verschwunden. 2009 geriet eine bewaffnete Reaper-Drohne der US-Armee über Afghanistan außer Kontrolle - sie wurde von US-Kampfjets abgeschossen, als sie sich der Grenze zu Tadschikistan näherte.
Die von der Zeitung recherchierten Dokumente zeigen zudem eine Vielzahl von kostspieligen Fehlern bei der Fernsteuerung der Drohnen. So stürzte eine 3,8 Millionen Dollar teure Predator-Drohne in Afghanistan ab, weil der Pilot am Boden nicht erkannte, dass das Gerät auf dem Kopf flog. dpa/nd
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