Libysche Attacken

Extremisten greifen in Ägypten Hafenstadt an

Kairo. Bei einem Zusammenstoß mit libyschen Rebellen in der ägyptischen Hafenstadt Marsa Matruh sind am Dienstagabend fünf Polizisten und vier Angreifer getötet worden. Die Extremisten hätten versucht, einen Militärstützpunkt anzugreifen, berichtete die ägyptische Zeitung »Al-Akh᠆bar« am Mittwoch. Die Extremisten seien auf dem Weg Richtung Alexandria gewesen.

Immer häufiger greifen Islamisten aus Libyen Militäreinrichtungen entlang der ägyptischen Grenze an. Allein im vergangenen Monat kamen 22 ägyptische Soldaten bei Attacken ums Leben. Ein Großteil der rund 1100 Kilometer langen Grenze zwischen Libyen und Ägypten verläuft durch unbewachtes Wüstengebiet; Extremisten nutzen das, um Waffen zu schmuggeln. Die Angriffe gehen mittlerweile weit über Grenzorte hinaus: Marsa Matruh liegt rund 220 Kilometer von der libyschen Grenze entfernt.

Die Angriffe sorgen in Kairo zunehmend für Besorgnis. Politiker diskutieren seit dem Wochenende über eine Militärintervention im Nachbarland. So schreibt die algerische Zeitung »El Watan«, Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika sei vorbereitet, gemeinsam mit Ägypten »einen Krieg gegen die Dschihadisten in der Region« zu starten.

Bei einem Angriff in einem Vorort der libyschen Hauptstadt Tripolis sind Medien zufolge 18 Sudanesen getötet worden. Die sudanesische Nachrichtenagentur Suna meldete am Dienstagabend unter Berufung auf die Regierung in Khartum, dass in der Nähe der Residenz der Sudanesen eine Rakete eingeschlagen sei. Der sudanesische Außenminister Ali Karti hatte zuletzt gesagt, dass die »Situation in Libyen noch nicht die kritische Stufe« erreicht habe, dass Landsleute in Sicherheit gebracht werden müssten. dpa/nd

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