Keine Annäherung zwischen Demonstranten und Regierung

In Pakistan kommt es auch nach tagelangen Massenprotesten zu keiner Einigung mit der Regierung

Pakistanische Demonstranten fordern Neuwahlen, da sie bei den pakistanischen Parlamentswahlen 2013 Manipulationen vermuten. Gespräche mit der Regierung und Anführern der Massenproteste führten bislang allerdings zu keinen Ergebnissen.

Islamabad. In Pakistan haben die Anführer der Demonstranten mit Vertretern der Regierung über einen Ausweg aus ihrem Machtkampf und ein Ende der tagelangen Massenproteste beraten. Erste Gespräche am Mittwochabend brachten zunächst jedoch keine Annäherung. Eine Delegation der Partei Pakistan Tehreek-e-Insaaf (PTI) des ehemaligen Kricketstars Imran Khan habe den Unterhändlern der Regierung ihre Forderungen dargelegt, sagte Parteivize Shah Mehmood Qureshi nach dem Treffen in der Hauptstadt Islamabad. Die Regierungsseite habe versprochen, die Forderungen zu prüfen und sich an diesem Donnerstag dazu zu äußern.

Der Gouverneur der Provinz Punjab, Chaudry Muhammad Sarwar, der zur Regierungsdelegation gehörte, bezeichnete das Treffen als freundschaftlich. Die Gespräche seien »im besten Interesse Pakistans«, egal welche Entscheidung letztlich von beiden Seiten getroffen werde. Ein weiteres Treffen von Anhängern des Predigers Tahir ul-Qadri mit Vertretern der Regierung und anderer Oppositionsparteien war zuvor ebenfalls ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen.

Khan und Qadri fordern den Rücktritt von Premierminister Nawaz Sharif und vorgezogene Parlamentswahlen. Ihre Anhänger protestieren seit Tagen in Islambad und anderen Städten gegen die Regierung. Das Parlament in der Hauptstadt wurde am Mittwoch erneut von tausenden Demonstranten belagert. Die Opposition wirft Sharif vor, die Parlamentswahl im Mai 2013 gefälscht zu haben, die seine Pakistanische Muslimliga mit breiter Mehrheit gewann. afp/nd

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