Raub und antisemitische Beleidigung in Köln

Köln. Bei einem Überfall auf einen US-Touristen haben jugendliche Kriminelle ihr Opfer im Kölner Hauptbahnhof als »jüdischen Bastard« bezeichnet. Der Kölner Staatsschutz hofft nun auf Hinweise zu den flüchtigen Tätern, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der 37-jährige Tourist hatte demnach am späten Samstagabend eine Gruppe Jugendlicher nach dem Weg zu einem bestimmten Gleis gefragt. Die Angesprochenen gingen sofort auf den Mann los, stießen ihn zu Boden und durchsuchten seine Kleidung. Als sie dabei einen Davidstern an seiner Halskette entdeckten, beschimpften sie den Mann mit den Worten »jüdischer Bastard«. Mit der Geldbörse und den Reisedokumenten ihres Opfers flüchteten die Räuber anschließend in unbekannte Richtung. Bei den Täter soll es sich um Jugendliche mit rasierten Köpfen handeln, wie die Polizei weiter mitteilte. Sie sollen schwarz-weiß-rote T-Shirts getragen haben. Diese Farbkombination wird oft Rechtsextremen zugeordnet. Ob dies auch für die Täter in dem Kölner Fall zutrifft, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Politiker der Grünen nannten die Tat einen »ekelhaften Akt antisemitischer Gewalt«. »Dem Opfer gilt unsere uneingeschränkte Solidarität«, erklärten der Kölner Bundestagsabgeordnete Volker Beck und der Grünen-Kreisvorsitzende Hans Schwanitz. »Nichts rechtfertigt antisemitische Gewalt in Wort und Tat«, erklärten sie. AFP/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung