Schönte das Thüringer LKA seinen Wikipedia-Eintrag?

Warnstreik bei Baumaschinenkonzern in Weimar ++ Verband will mehr Betriebspraktika für Jugendliche ++ Autofahrer stirbt bei Unfall nahe Erfurt ++ Der Nachrichtenüberblick aus Thüringen

Update 22.15 Uhr:
Weitere Warnstreiks vor Thüringer Metall-Tarifrunde

Vor der nächste Woche beginnenden Metall-Tarifrunde in Thüringen übt die IG Metall weiter Druck auf die Arbeitgeber aus. Am Freitagabend legten die Spätschichten von Opel und der Robert Bosch Fahrzeugelektrik in Eisenach die Arbeit nieder. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich an den Warnstreiks insgesamt fast 900 Beschäftigte - bei Opel knapp 600 und bei Bosch 300. Der Erste Bevollmächtigte der Verwaltungsstelle Eisenach, Uwe Laubach, sprach mit Blick auf Opel von einer »sehr guten Teilnahme«. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Suhl-Sonneberg, Thomas Steinhäuser, sagte zu dem Warnstreik bei Bosch, er sei »ausdrücklich zufrieden«. Bereits am Freitagmorgen waren laut IG Metall 84 Mitarbeiter der Baumaschinenfirma Hydrema in Weimar für eine Stunde in den Ausstand getreten. Die Warnstreiks starteten am Donnerstag. Thüringen ist damit ein Sonderfall. Im Freistaat gilt im Gegensatz zu anderen Tarifbezirken die bis Ende Januar laufende Friedenspflicht nicht. Die Gewerkschaft will eine Erhöhung der Entgelte von 5,5 Prozent. Zudem verlangt sie eine verbesserte Altersteilzeit-Regelung sowie eine von den Arbeitgebern geförderte Weiterbildungsteilzeit. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen als unrealistisch ab. Die erste Tarifrunde in Thüringen soll es am nächsten Mittwoch geben. Verhandelt wird den Angaben zufolge für rund 20.000 Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen.

Update 22 Uhr:
Schönte Thüringer LKA seinen Wikipedia-Eintrag?

Im Zusammenhang mit seiner Rolle bei den Ermittlungen gegen die rechtsradikale Mörderbande NSU hat das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) einem »Spiegel«-Bericht zufolge den eigenen Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia schönen wollen. Das LKA wies diese Darstellung am Freitagabend zurück. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, legte die Pressestelle des LKA einen eigenen Account an und überarbeitete den entsprechenden Artikel. Dabei sei der Absatz »Kritik« - unter anderem beim vorgeworfenen Versagen der Behörde bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen - massiv gekürzt worden, einige Vorwürfe seien ganz gestrichen worden. Daraufhin hätten Wikipedia-Autoren dem LKA im Diskussionsforum vorgeworfen, einen »Promo-Text« verfasst zu haben und »Eigenlob« in den Eintrag eingebaut zu haben. Der Account ist öffentlich einsehbar, Wikipedia gibt an, ihn verifiziert zu haben. Das LKA erwiderte in einer Stellungnahme: »Es war nicht beabsichtigt, Kritik zu entfernen oder zu verwässern, die bereits seit weit über einem Jahr zum TLKA auf Wikipedia veröffentlicht, wenn auch nicht aktuell war - im Gegenteil.« Es sei ein Direktlink zum Eintrag über den »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) gesetzt worden. Auch dort werde Kritik am LKA geübt. Die drei mutmaßlichen NSU-Haupttäter stammen aus Thüringen.

Update 15.15 Uhr:
Weniger Studenten in Thüringen

An den Thüringer Hochschulen sind in diesem Wintersemester erneut weniger Studenten eingeschrieben. Laut Statistischem Landesamt vom Freitag sind rund 51.000 Studierende immatrikuliert und damit 2,1 Prozent weniger als im vorangegangenen Wintersemester. Im Vergleich zum Wintersemester 2011/12 sei die Zahl der Studenten sogar um 5,1 Prozent gesunken. Knapp die Hälfte der in diesem Semester Immatrikulierten sind Frauen. In Thüringen gibt es zehn staatliche und eine private Hochschule.

Update 8 Uhr:
Warnstreik bei Baumaschinenkonzern in Weimar

In der Thüringer Metall-Tarifrunde hat am Freitag ein zweiter Warnstreik begonnen. Rund 70 Mitarbeiter des Baumaschinenkonzerns Hydrema in Weimar legten am Morgen ihre Arbeit für eine Stunde nieder, wie IG-Metall-Sprecher Bernd Spitzbarth mitteilte. »Niemand arbeitet mehr«, sagte er. »Die Kollegen wissen, was sie an ihrem Tarifvertrag haben und verteidigen ihn.« Am Donnerstagabend hatten sich bereits 60 Mitarbeiter des Siemens Röntgen-Werkes in Rudolstadt an einer Warnstreikaktion beteiligt. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Entgelte von 5,5 Prozent. Zudem verlangt sie eine verbesserte Altersteilzeit-Regelung sowie eine von den Arbeitgebern geförderte Weiterbildungsteilzeit. Für die rund 17.000 Beschäftigten in Thüringen sollen die Verhandlungen am 21. Januar in Arnstadt beginnen.

Update 7.30 Uhr:
Verband will mehr Betriebspraktika für Jugendliche

In Thüringen bleiben vermehrt Ausbildungsplätze unbesetzt, weil den Bewerbern aus Sicht der Arbeitgeber die Eignung fehlt. Bei manchem Schulabgänger reichten die Grundqualifikationen vor allem auf mathematisch-technischem Gebiet nicht aus, sagte der Vizepräsident des Verbandes der Wirtschaft Thüringens (VWT), Harald Bruhn, in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. In einer Umfrage des Verbandes gaben 25 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie Lehrstellen nicht besetzen konnten, weil die Bewerber nicht geeignet waren. Bruhn forderte mehr Betriebspraktika für Jugendliche. Viele hätten keine Vorstellung davon, wie Wirtschaft funktioniere.

Update 7 Uhr:
Autofahrer stirbt bei Unfall nahe Erfurt

Auf der Bundesstraße 7 nahe Erfurt ist am Donnerstag ein 44 Jahre alter Autofahrer tödlich verunglückt. Das Auto sei zwischen Gamstädt und Frienstedt in einer leichten Kurve frontal gegen einen Baum geprallt, sagte ein Polizeisprecher. Der Fahrer starb noch am Unfallort. Die Unfallursache ist bislang unklar. nd/Agenturen

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