Seemonster Rahav

Olaf Standke über die Lieferung deutscher U-Boote an Israel

  • Lesedauer: 1 Min.

In der jüdischen Mythologie ist Rahav ein Seemonster. Der passende Name also für ein U-Boot, das Israel als klare Botschaft der Abschreckung »an unsere Feinde« sieht, wie es Regierungschef Benjamin Netanjahu einmal formulierte. Gemeint ist da vor allem Iran. Das jüngste Monster wurde auf der Werft von ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel gebaut und getauft. Und trotz aller Kritik hat der Bundessicherheitsrat jetzt seine Auslieferung genehmigt. Denn schon der Export der vier U-Boote zuvor war heftig umstritten.

Nicht nur, weil sie wie Rahav zu einem Drittel mit hiesigen Steuermitteln gesponsert wurden. Allein das bislang letzte, im September vergangenen Jahres ausgelieferte Exemplar soll über eine Milliarde Euro kosten. Kritiker sehen einen derartigen Kriegswaffenexport grundsätzlich als untaugliches sicherheitspolitisches Instrument. Das gilt für alle Rüstungslieferungen in die spannungsgeladene Nahostregion – egal, ob das Empfängerland nun Israel, Ägypten oder Saudi-Arabien heißt. Wie die Vergangenheit lehrt, erschwert militärische Kooperation mit solchen Staaten letztlich Friedenslösungen in gewaltsamen Konflikten, und im konkreten Fall befördert sie sogar die atomare Aufrüstung. Denn Experten gehen davon aus, dass die israelische Marine die U-Boote aus Deutschland auch für eine Bewaffnung mit nuklearen Marschflugkörpern modifizieren kann.

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