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Streit um Sachsens neue Seen

Wer darf was auf den gefluteten Tagebauflächen von einst?

  • Lesedauer: 2 Min.
Als Folge des sächsischen Tagebaus entstanden ganz spezielle Landschaften. Darunter auch Seen, die viele Urlauber anlocken. Doch es gibt neue Konflikte.

Leipzig. Baden und Segeln, Wasserski und Kitesurfen, Jetski- und Motorbootfahren: An Sachsens neuen Seen gibt es für Urlauber viele Wassersportmöglichkeiten. Kurz vor den Sommerferien ist an mehreren Binnengewässern für manche Vergnügungen jedoch erst einmal Schluss. So wurde am Bärwalder See, dem Restloch des früheren Tagebaus Bärwalde, die Genehmigung für Wasserski- und Jetskifahrten sowie das Kitesurfen zurückgezogen. Das will die Oberlausitzer Gemeinde Boxberg nicht hinnehmen, die Auseinandersetzung mit der Landesdirektion Sachsen läuft noch. Am Zwenkauer See im Süden Leipzigs gibt es Streit um die Nutzung von Motorbooten.

Die Seen in Sachsen locken immer mehr Urlauber in den Freistaat. So registrierten das Lausitzer Seenland und das Leipziger Neuseenland im vergangenen Jahr über 430 000 Gästeankünfte, wie der Landestourismusverband Sachsen mitteilte. Dies seien 3,2 Prozent mehr als 2012 gewesen.

Der Bärwalder See ist das größte Binnengewässer in Sachsen. Durch die Möglichkeit, Fun-Sportarten ausüben zu können, sei er »zu einem Wassersport-Eldorado hauptsächlich für deutsche, tschechische und polnische Wassersportler« geworden, sagt Roman Krautz, Projektleiter »Landschaftspark Bärwalder See« bei der Gemeindeverwaltung Boxberg. Die Kitesurfer hätten die größte Gruppe an Wassersportlern gestellt, noch vor den Seglern. Die Landesdirektion hat ihnen jedoch vorerst einen Riegel vorgeschoben. Der Grund für das Verbot: Die Flächen für die »gefahrgeneigten Wassersportarten« seien nicht ausreichend abgesperrt. Über den Widerspruch der Gemeinde sei noch nicht entschieden worden, sagt Krautz. »Das Verfahren läuft.«

Um die Bereiche der Wassersportler voneinander zu trennen, sollen Tonnen gesetzt werden. Das ist nach Angaben des Projektleiters finanziell nicht zu realisieren. Zudem betont Krautz: Bisher habe es keine nennenswerten Unfälle wegen der verschiedenen Wassersportarten nebeneinander gegeben.

»Die Angebote wurden von den Gästen gut angenommen und nachgefragt«, berichtet Katja Wersch vom Tourismusverband Lausitzer Seenland. Das habe positive Folgen für die regionale Tourismuswirtschaft gehabt. Ausweichmöglichkeiten für Kitesurfer gibt es den Angaben zufolge im Lausitzer Seenland nicht. Am Zwenkauer See bei Leipzig, ebenfalls ein Restloch, wollte die Stadt 320 Motorboote auf dem Zehn-Quadratkilometer-Gewässer zulassen. Doch die Genehmigung liegt auf Eis, Naturschützer haben Widerspruch eingelegt. »Vom reinen Verwaltungsverfahren ist diese Vorgehensweise richtig, aber für die betroffenen eingeschränkten Nutzer völlig unverständlich«, heißt es bei der Stadt. dpa/nd

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