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Auf den Pfaden der Fans

Neulich führte ich ein Gespräch mit Marco Bertram, der derzeit mit seinem zweiten Fußballbuch »Fackeln - Konflikte - Emotionen« unterwegs ist (nofb-shop, 240 S., br., 11,90 €).

Mit der Bettelei bei großen Verlagen scheinen Fußball-Autoren wie du keine Zeit zu verschwenden. Der Markt wird nach Punkrock-Art von hinten aufgerollt, über die ersten Veröffentlichungen in Fan-Magazinen und im Internet zum Buch beim Kleinverlag. Richtig?
Korrekt! Ich hatte schon vor einigen Jahren gesehen, dass man quer rein muss. Dank eines guten Kontaktes durfte ich von 2005 bis 2011 im Auftrag des EU-Parlaments Radrouten für den Iron Curtain Trail ausarbeiten. Beim ersten Fußballbuch »Zwischen den Welten« war es ähnlich. Mir wurde Stephan Trosien vom NOFB-Shop empfohlen und die Chemie hatte sofort gestimmt.

Du bist jede Woche in den Stadien anzutreffen, oft auf den Pfaden der Fans. Du positionierst dich für die Pyromanen, deine Fotos sprechen Bände. Bringt die steigende Akzeptanz bei den Fans nicht die Ablehnung der führenden Vereinsmeier mit sich?
In der Tat ist die Nähe zu den Fanszenen nicht immer einfach. Dass meine Arbeit kritisch beäugt wird, ist mir klar. Ein guter Draht zum BFC, zu Hansa oder zu Magdeburg kann woanders Argwohn erzeugen. Allerdings gilt: Vertrauliche Infos bleiben bei mir. Ich schreibe mit Leidenschaft und trete sicherlich auch oft für die Belange der aktiven Fans ein, aber aufgrund meiner Arbeitsweise gibt es eigentlich keine Probleme mit den Vereinsverantwortlichen.

Bekommst du als Fan von den Spielen selbst noch genügend mit?
Ja, klar. Zwar geht mein Blick vom Innenraum aus häufig in Richtung Ränge, bei brisanten Spielen ist dies gefühlte 80 Prozent der Zeit der Fall, doch ich habe das Spiel zumindest im Augenwinkel und meist ein Gespür dafür, wenn eine Partie kippt.

In welchen Stadien läuft die annehmbarste Musik?
Bei Bohemians 1905 und Sparta Praha gab es gute Klänge. In Deutschland hebt sich der SV Babelsberg 03 vom Einheitsbrei ab.

Deine Frau tröstet sich mit deiner Anwesenheit von Montag bis Donnerstag, oder?
Für das Wochenende haben wir uns geeinigt: ein Tag Fußball, einer für die Familie. Zuletzt hebelte ich diese Regelung aus und nahm unseren Fünfjährigen einfach mit zur zweiten Partie des Wochenendes. Um solch eine verständnisvolle Partnerin bin ich zu beneiden.

Das gesamte Gespräch findet sich auf baufresse.de

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