Anschläge: Eine unvollständige Chronik von 2015

Insbesondere Frankreich ist Ziel von islamistischen Terroranschlägen

Die mutmaßlich islamistisch geprägten Anschläge vom Freitag, dem 13. November 2015 sind mit – nach derzeitigen Erkenntnissen 128 Opfern - die vorläufig blutigsten in diesem Jahr. Immer wieder versuchen islamistische Täter westliche Einrichtungen und Bürger zu treffen. Auftakt war der Angriff auf das französische Satiremagazin »Charlie Hebdo« in Paris im Januar.

12. November: Die italienische Polizei deckt ein islamistisches Terrornetz auf. Die verhafteten 16 Kurden und ein Kosovare sollen geplant haben, Geiseln zu nehmen und so den in Norwegen inhaftierten Terrorchef Mullah Krekar freizupressen.

31. Oktober: Über der ägyptischen Halbinsel Sinai stürzt ein Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia ab. Alle 224 Insassen – es sind vor allem russischen Touristen auf dem Heimweg – stürzt ab. Obwohl die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind, gehen Geheimdienste, wohl auch der russische FSB, davon aus, dass es sich um einen Terroranschlag als Rache für den massiven Einsatz Russlands in Syrien handelt. Die Islamistengruppe Ansar Beit al-Makdis (»Unterstützer Jerusalems«) behauptet ihre Täterschaft.

29. Oktober: In Frankreich wird ein mutmaßlicher Dschihadist festgenommen. Er soll einen Anschläge auf Soldaten in Toulon nahe Marseille geplant haben. Der Mann war ins Visier der Ermittler geraten, weil er Ende vergangenen Jahres versucht hatte, nach Syrien zu gelangen. Geheimdienstkreise gehen davon aus, dass derzeit mehr als 500 Franzosen in Syrien und im Irak an der Seite der IS-Miliz kämpfen. Rund 750 weitere Landsleute wollen demnach offenbar in die Region reisen.

21. August: Ein 25-jähriger marokkanischer Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel - Paris von Fahrgästen überwältigt. Zwei Passagiere werden verletzt, bevor Mitreisende dem Attentäter die Kalaschnikow-Maschinenpistole entreißen und ihn überwältigen können.

13. Juli: Drei junge Männer werden verhaftet, sie sollen einen Angriff auf eine Militäranlage und die Enthauptung eines Offiziers geplant haben. Die Verdächtigen waren im Alter von 17, 19 und 23 Jahren und sie bekannten sich zum Islamischen Staat.

26. Juni: An einem Hotelstrand in der Nähe der tunesischen Touristenhochburg Sousse erschiesst ein 24-jähriger Einheimischer mit Verbindungen zu radikalen Gruppen 38 ausländische Touristen. Vor allem Briten werden getötet.

18. März: Im Bardo-Museum der tunesischen Hauptstadt Tunis werden 21 Menschen, in der Mehrheit ausländische Touristen, umgebracht. Die Terrororganisation Islamischer Staat bekennt sich zur Tat.

14. Februar: In Kopenhagen feuert ein 22-Jähriger auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Der Anschlag gilt vermutlich einem Mohammed-Karikaturisten, der jedoch unverletzt bleibt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor er von der Polizei erschossen wird.

3. Februar: Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat in der südfranzösischen Stadt Nizza drei Soldaten einer Anti-Terror-Patrouille angegriffen. Die Soldaten beschützten ein Gebäude, in dem die israelitische Kultusgemeinde von Nizza, eine jüdische Vereinigung sowie der Radiosender Shalom untergebracht sind.

7. Januar: Beim Attentat auf das Satiremagazin »Charlie Hebdo« werden in Paris zwölf Menschen getötet. Die beiden Täter kommen zwei Tage später beim Gefecht mit Polizeisondereinheiten ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel. hei

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