Viele deutsche Frauen arbeiten unfreiwillig Teilzeit

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Fast jede dritte weibliche Fachkraft in Deutschland würde Vollzeit arbeiten, wenn sich die Kinderbetreuung optimal organisieren ließe. Weitere 16 Prozent würden eine Steigerung ihrer Wochenarbeitszeit unter dieser Bedingung zumindest erwägen. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage der Online-Jobbörse Stepstone. Befragt wurden mehr als 15 000 Fach- und Führungskräfte. Nach Schätzungen von Stepstone beläuft sich die Anzahl von Frauen, die gerne in Vollzeit arbeiten würden, allein unter Fachkräften auf bis zu eine Million.

Lehrstellenmangel: Sieben Prozent mehr Jugendliche im Übergangsbereich

Die Zahl der Schulabgänger ohne Lehrstelle, die sich in speziellen Programmen auf eine Ausbildung vorbereiten, ist 2015 gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent gestiegen. 270 800 Jugendliche nahmen ihre Schulungen auf, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. 2005 hatte es noch 417 600 Anfänger im Übergangsbereich gegeben.

Unter dem Begriff Übergangsbereich werden jene Bildungsgänge zusammengefasst, die Berufsvorbereitung beinhalten und mit denen kein eigener berufsqualifizierender Abschluss erworben wird. Das sind das Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf, das Berufseinstiegsjahr und Angebote der Berufsfachschulen. Neben den Anfängern im Übergangsbereich begannen im Vorjahr 694 200 eine Berufsausbildung - 0,9 Prozent weniger als 2014.

Fast eine Million Leiharbeiter in Deutschland

Aus einer Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass 2015 insgesamt 50 293 Betriebe in der Arbeitnehmerüberlassung tätig waren. 2013 waren es noch 46 755 Firmen. Die Zahl der Leiharbeiter erhöhte sich um 3,3 Prozent von 867 535 im Jahr 2013 auf 961 162 Beschäftigte im Jahr 2015. Davon gingen 219 351 Leiharbeitnehmer einer Beschäftigung in der Lagerwirtschaft und 107 204 in der Metallverarbeitung nach. Dahinter folgen Tätigkeiten in den Bereichen Maschinenbau- und Vertriebstechnik sowie im Büro- und Sekretariatswesen. 888 500 Leiharbeitnehmer sind sozialversicherungspflichtig und 72 700 ausschließlich geringfügig beschäftigt gewesen. Von den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten arbeiteten 754 400 in Vollzeit und 134 100 in Teilzeit. Leiharbeiter erhielten durchschnittlich nur 57 Prozent des mittleren Einkommens aller Beschäftigten.

Leitfaden über sexuelle Belästigung im Job

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat einen neuen Leitfaden zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz veröffentlicht. Es handle sich um die bisher umfassendste praxisnahe Handreichung zu dem Problemfeld. Die Broschüre mit dem Titel »Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?« richtet sich an Beschäftigte, Arbeitgeber und Betriebsräte.

Der Leitfaden klärt über Folgen für Beschäftigte und Unternehmen auf. Auch über Rechte, Pflichten und mögliche Handlungsstrategien von Betroffenen, Vorgesetzten und Betriebsräten wird informiert.

In einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle gaben 22 Prozent der Frauen an, am Arbeitsplatz unangemessene Fragen mit sexuellem Bezug zu ihrem Privatleben oder ihrem Aussehen gestellt bekommen zu haben. 19 Prozent waren unerwünschten körperlichen Annäherungen ausgesetzt. Bei den Männern erlebten 19 Prozent unangemessene Fragen und 12 Prozent unerwünschte körperliche Annäherungen.

Jede siebente Frau ist für ihren Job überqualifiziert

Insgesamt 14 Prozent der erwerbstätigen Frauen waren 2014 nach eigener Einschätzung für ihren Arbeitsplatz zu gut qualifiziert, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Dagegen gaben mit zehn Prozent klar weniger Männer an, derzeit unter ihrer Qualifikation beschäftigt zu sein.

Bei 86 Prozent der Befragten traf 2014 der Idealfall zu, weil die Anforderungen der Arbeitsstelle mit der eigenen Ausbildung oder dem Studium übereinstimmen. Nur zwei Prozent aller Erwerbstätigen bewerteten ihre Qualifikation als zu niedrig für ihren Job. Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung von Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren. epd/nd

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