Solidarität mit Assange

Wikileaks-Gründer das fünfte Jahr im Botschaftsexil

In mehreren Städten wurde Solidarität mit dem seit 2012 im Botschaftsexil in London lebenden Julian Assange bekundet.

London. Für den Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Sonntag das fünfte Jahr im Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London begonnen. Am 18. Juni 2012 hatte er sich in die diplomatische Mission des südamerikanischen Landes begeben, nachdem er in Großbritannien alle Rechtsmittel gegen einen Antrag Schwedens auf seine Auslieferung ausgeschöpft hatte. Seitdem lebt er im Botschaftsgebäude auf beengtem Raum mit Bett, Computer und Balkonzugang.

Unterstützer haben zu dem Jahrestag Kundgebungen für den 44-jährigen Australier in mehreren europäischen Städten wie Berlin, Mailand und Paris organisiert. Auch in New York, Quito, Buenos Aires und Montevideo waren Veranstaltungen vorgesehen. Zu den Prominenten, die ihre Solidarität mit Assange erklärten, gehören Patti Smith, Brian Eno, PJ Harvey, Noam Chomsky, Giannis Varoufakis, Ai Weiwei, Vivienne Westwood, Michael Moore und Ken Loach.

Eine UN-Arbeitsgruppe hatte im Februar erklärt, Assanges Botschaftsexil in London sei eine »willkürliche Inhaftierung«. Sollte der Wikileaks-Gründer das Gelände verlassen, will ihn die Polizei festnehmen und an Schweden überstellen. Dort werden ihm Sexualdelikte aus dem Jahr 2010 zur Last gelegt.

Assange spricht dagegen von »einvernehmlichem Sex« mit zwei Frauen und weist die Anschuldigungen als politisch motiviert zurück. Er befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen Geheimnisverrats eine langjährige Haftstrafe und möglicherweise sogar die Todesstrafe droht.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte Hunderttausende geheime Dokumente, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Assange zog damit den Zorn der US-Regierung und der NATO auf sich. Wikileaks machte auch eine Reihe von Dokumenten publik, die zeigen, wie der US-Geheimdienst NSA Bundeskanzlerin Angela Merkel, deutsche Minister und mindestens drei französische Präsidenten ausspionierte. AFP/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung