Kriege lassen Millionen hungern

56 Millionen Menschen wegen bewaffneter Konflikte in 17 Ländern akut von Unterernährung bedroht

Berlin. Langanhaltende bewaffnete Konflikte in 17 Ländern gefährden die Fortschritte bei der Bekämpfung des Hungers weltweit. 56 Millionen Menschen hungerten wegen solcher Auseinandersetzungen oder seien akut von Unterernährung bedroht, erklärten das Welternährungsprogramm (WFP) und die UN-Ernährungsorganisation FAO am Freitag in Rom. Allein im Jemen betreffe dies 14 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung. In Syrien seien 8,7 Millionen Menschen dringend auf Lebensmittelhilfe angewiesen. 89 Prozent der syrischen Flüchtlinge im Libanon benötigten Nothilfe.

Ein weiteres Beispiel hierfür sei der Südsudan, wo sich die Lage schnell verschlechtere und knapp fünf Millionen Menschen, rund 40 Prozent der Bevölkerung, auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen seien, heißt es in dem Bericht der beiden Organisation an den UN-Sicherheitsrat. In Ländern wie Kolumbien oder der Zentralafrikanischen Republik, die dabei seien, langjährige Bürgerkriege zu überwinden, benötigten ebenfalls Millionen Bedürftige Unterstützung.

»Konflikte sind eine der Hauptursachen für Hunger«, erklärten WFP-Exekutivdirektorin Ertharin Cousin und FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva. »Alle Hungersnöte der Moderne werden von Konflikten gekennzeichnet.« In gewalttätigen Auseinandersetzungen würden Ernten zerstört, Vieh getötet, die landwirtschaftliche Infrastruktur beschädigt und Märkte brächen ein.

Schätzungsweise die Hälfte der Armen weltweit lebt dem Bericht zufolge in Ländern, in denen Konflikte und Gewalt herrschen. Ihr Risiko für Unterernährung sei dreimal höher als das von Bewohnern stabilerer Regionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Konflikt wieder aufflamme, sei in Ländern mit Nahrungsmittelkrisen 40 Prozent höher, wenn der Hunger nicht bekämpft werde. epd/nd

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