Iran führt neue Luftabwehrraketen vor

Präsident Ruhani: Rüstungshaushalt wurde im Vergleich zu 2015 verdoppelt

  • Lesedauer: 2 Min.

Teheran. Der iranische Präsident Hassan Ruhani und Verteidigungsminister Hussein Dehghan haben neue Luftabwehrraketen vom Typ Bawar 373 vorgeführt, die nach offiziellen Angaben Marschflugkörper, Drohnen, Kampfflugzeuge und ballistische Raketen zerstören können.

Die staatlichen Medien zeigten am Sonntag Bilder der beiden Politiker bei der Präsentation des Abwehrsystems in Teheran. Die Entwicklung der eigenen Luftabwehrraketen wurde 2010 beschlossen, als die Lieferung des russischen Systems S-300 wegen UN-Sanktionen eingestellt wurde.

Ruhani sagte in einer TV-Ansprache, der Rüstungshaushalt sei im Vergleich zu 2015 verdoppelt worden. »Wenn wir mit den Weltmächten am Verhandlungstisch sitzen, so ist dies wegen unserer nationalen Stärke«, unterstrich Ruhani. Der Verteidigungsminister sagte am Vortag, das System Bawar 373 biete »alle Fähigkeiten des (Systems) S-300«. Die Iraner hätten aber nicht eine »iranische Version des S-300 gebaut«, sondern »ein iranisches System«.

Ruhani präsentierte auch das erste in Iran entwickelte Triebwerk für einen Kampfjet. Mit Hilfe dieses Triebwerks könnten Kampfflugzeuge in eine Höhe von bis zu 15 000 Metern aufsteigen, sagte der Präsident. Iran sei »eines von acht Ländern weltweit«, die diese Technologie beherrschten. Mitte Januar waren nach Inkrafttreten des im Juli 2015 abgeschlossenen internationalen Atomabkommens die meisten Handels- und Finanzsanktionen aufgehoben worden. Die UN-Resolution 2231, mit der das Atomabkommen gebilligt worden war, verbietet Teheran die Entwicklung ballistischer Raketen, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können. AFP/nd

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal