Abgasskandal zieht weitere Kreise

Bosch weist Vorwürfe aus den USA zurück

  • Lesedauer: 2 Min.

San Francisco/Paris. Im US-Rechtsstreit um Volkswagens Abgasskandal hat der mitangeklagte Zulieferer Bosch die Anschuldigungen mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Die Vorwürfe der Klägeranwälte, wonach 38 Mitarbeiter des Stuttgarter Unternehmens am Betrug beteiligt gewesen sein sollen, seien »wild und unbegründet«, teilten die Anwälte von Bosch dem Gericht in der Nacht zu Dienstag mit. Die Anwälte, die Hunderte geschädigte Dieselbesitzer in den USA vertreten, hatten ihre Klage gegen den Zulieferer in der Vorwoche erweitert. Sie werfen Bosch nun vor, über mehr als zehn Jahre eine aktive Rolle bei der Entwicklung einer an VW gelieferten Software gespielt zu haben. Unkenntnis über den Betrug sei auszuschließen, heißt es in der Klageschrift. Bosch hat im Gegensatz zu VW bislang kein Schuldgeständnis abgegeben und sich nicht an einem außergerichtlichen Kompromiss beteiligt. Ohne einen Vergleich droht nun ein Prozess.

Derweil lassen die Folgen des Abgasskandals auch andere Hersteller nicht los. Ein Ende Juli veröffentlichter französischer Untersuchungsbericht habe wichtige Details zum Schadstoffausstoß von Renault-Fahrzeugen nicht erwähnt, berichtete die »Financial Times« am Dienstag unter Berufung auf Mitglieder der Expertenkommission. So sei verschwiegen worden, dass beim Modell Renault Captur eine Abgasreinigung für Stickoxide ihre Leistung hochgefahren habe, als das Fahrzeug für Schadstofftests vorbereitet wurde. Renault bestritt gegenüber der Zeitung, Software zur Manipulation benutzt zu haben. dpa/nd

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