iPhone und Lederhosen

Simon Poelchau ist von der Solidarität des bayerischen Finanzministers Markus Söder mit dem US-Konzern Apple nicht überrascht

  • Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Von »Laptop und Lederhosen« sprach einst der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), als er die angeblich gelungene Symbiose des voralpinen Konservativismus mit der modernen Welt veranschaulichen wollte. Bayerns Finanzminister Markus Söder meint mit Blick auf sein Smartphone offenbar, dass der Slogan nun »iPhone und Lederhosen« heißen muss.

Und anscheinend ist der CSU-Mann Apple für diese nützlichen Geräte so dankbar, dass er den iPhone-Bauer vor der EU-Kommission beschützen will. Diese hat den US-Konzern nämlich zu einer Steuernachzahlung von 13 Milliarden Euro verdonnert, weil er unrechtmäßige Vergünstigungen von Irland erhalten hat. Söder hält diese Forderung Brüssels nun für überzogen. Stattdessen seien »faire Steuerregeln« notwenig, wie er sagt. Wie diese nach Meinung der CSU aussehen könnten - da reicht ein Blick nach Bayern. Denn Söders und Stoibers Partei regiert das Bundesland seit Jahrzehnten und mit nur wenigen Ausnahmen allein. Und siehe da: Bayern ist bei Unternehmen auch deshalb so beliebt, weil sie nur selten Besuch vom Finanzamt fürchten müssen. Die bayerischen Finanzämter sind nämlich chronisch unterbesetzt.

Söders Solidarität mit Apple überrascht also nicht. Denn sowohl in Bayern als auch in Irland wird es einigen leicht gemacht, die Steuern nicht zu zahlen.

- Anzeige -

Wir haben einen Preis. Aber keinen Gewinn.

Die »nd.Genossenschaft« gehört den Menschen, die sie ermöglichen: unseren Leser:innen und Autor:innen. Sie sind es, die mit ihrem Beitrag linken Journalismus für alle sichern: ohne Gewinnmaximierung, Medienkonzern oder Tech-Milliardär.

Dank Ihrer Unterstützung können wir:

→ unabhängig und kritisch berichten
→ Themen sichtbar machen, die sonst untergehen
→ Stimmen Gehör verschaffen, die oft überhört werden
→ Desinformation Fakten entgegensetzen
→ linke Debatten anstoßen und vertiefen

Jetzt »Freiwillig zahlen« und die Finanzierung unserer solidarischen Zeitung unterstützen. Damit nd.bleibt.