USA wollen Checkliste für autonome Autos

Präsident Obama für einheitliche Regeln

Washington. Die US-Regierung will mit einer Checkliste aus 15 Punkten für die Sicherheit selbstfahrender Autos im Straßenverkehr sorgen. Dazu gehören Ersatzsysteme für einen eventuellen Ausfall der Roboterwagentechnik sowie die Zusage, Daten aufzunehmen und verfügbar zu machen. »Wenn ein selbstfahrendes Auto nicht sicher ist, haben wir die Befugnis, es von der Straße zu nehmen«, betonte US-Präsident Barack Obama in einem Gastbeitrag in der Zeitung »Pittsburgh Post-Gazette« am Dienstag.

Die Hersteller müssen im Rahmen der 15-Punkte-Checkliste auch darüber berichten, wie die autonomen Fahrzeuge getestet wurden, wie sie sich nach Unfällen sowie in kritischen Situation verhalten, in denen über Menschenleben entschieden werden könnte. Zu den weiteren Fragen gehören der Schutz vor Hacker-Angriffen und der Umgang mit Daten der Nutzer. Die Liste solle »nicht nur der Regierung, sondern jedem interessierten Amerikaner« zeigen, wie es um die Sicherheit bestellt sei, schrieb Obama.

Der US-Präsident wählte die Zeitung aus Pittsburgh auch deshalb aus, weil er in dem Gastbeitrag die erste Innovationskonferenz unter Schirmherrschaft des Weißen Hauses in der Stadt für den 13. Oktober ankündigte. In Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte zudem der Fahrdienst-Vermittler Uber vor einigen Tagen begonnen, testweise Passagiere mit autonom fahrenden Autos zu befördern. Zuvor hatte der Fahrdienstleister der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh, die über eine renommierte Informatikfakultät verfügt, rund 40 Forscher abgeworben.

Die US-Regierung strebt zugleich eine landesweit einheitliche Regulierung für selbstfahrende Fahrzeuge an. Aktuell setzen die Bundesstaaten ihre eigenen Regeln. Während einige Staaten wie Nevada und Kalifornien bereits vor Jahren Roboterwagenfahrten erlaubten und damit zu einem zentralen Anlaufpunkt für Tests wurden, erwägt Chicago gerade, sie ganz zu verbieten.

Die US-Regierung hatte sich lange mit Regeln für selbstfahrende Autos zurückgehalten - aus Sorge, starre Vorschriften könnten schnell von der technologischen Entwicklung überholt werden. Zum Beispiel wollen einige Entwickler selbstfahrender Autos wie Google oder Ford in Zukunft ganz auf klassische Steuerelemente wie Lenkrad und Pedale verzichten sowie die Kontrolle komplett dem Computer überlassen. Das sehen die heutigen Straßenverkehrsregeln nicht vor.

Autoexperten betonen, dass mehr als 90 Prozent der Unfälle auf menschliche Fehler zurückgehen und Roboterwagen die Zahl der Verkehrstoten drastisch senken könnten. Zuletzt hatte aber der Unfall eines vom Fahrassistenten gesteuerten Tesla-Elektroautos in Florida die Diskussion um die Sicherheit bei der Einführung selbstfahrender Autos angeheizt. dpa/nd

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