ABBA für CETA-Gegner

Simon Poelchau freut sich über das Nein der Wallonen

Lächerlich machen kann man sich auf unterschiedliche Art und Weise. Etwa ganz bewusst, indem man auf einer Betriebskaraokeparty den ABBA-Schlager »Waterloo« lautstark zum Besten gibt. Elmar Brok hingegen meint, dass sich nun die EU »lächerlich« mache, weil ein kleines Regionalparlament den Freihandelspakt CETA mit Kanada zu Fall bringen könnte.

Dabei wird der CDU-Europaabgeordnete wohl derzeit nicht in der Stimmung sein, ABBA-Songs zu trällern. Denn Waterloo, nach dem der ABBA-Hit benannt ist, ist nicht nur der Ort, an dem Napoleon einst entscheidend geschlagen wurde. Das kleine Dorf 15 Kilometer südlich von Brüssel liegt auch in eben jener belgischen Region Wallonien, deren Parlament sich derzeit mit aller Kraft gegen CETA stellt und damit vielleicht sogar Erfolg haben könnte. Dabei gibt es aber hierzulande viele Menschen, die entgegen Broks Meinung vermutlich nicht denken, dass Wallonien die EU lächerlich macht. Dies sind etwa die mehr als 125 000 Menschen, die mit ihrer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht klar gemacht haben, dass sie das Freihandelsabkommen nicht wollen. Oder jene Hunderttausende, die im September gegen TTIP und CETA auf die Straße gegangen sind.

Diese Menschen werden den Wallonen jetzt vermutlich sogar dankbar sein und mit »Waterloo« vielleicht eine neue Hymne haben.

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