Satire: Matussek bald bei Breitbart?

Ex-Welt-Publizist angeblich von Titanic aufs Korn genommen worden / Satiremagazin dementiert

  • Lesedauer: 2 Min.

Von Springer zu Breitbart? Für den bekannten Ex-Welt-Autor Matthias Matussek augenscheinlich kein allzu abwegiger Schritt, glaubt man seinem jüngsten Facebook-Eintrag. Dem am Dienstagabend veröffentlichten Posting zufolge, sei er jedoch nur einem vermeintlichen Headhunter des Satiremagazins Titanic auf den Leim gegangen, das ihn offenbar in falscher Absicht für den deutschen Ableger des rechtsextremen US-Magazins gewinnen wollte.

Einen sechsstelligen Betrag für ein halbes Jahr samt Dienstwagen habe man ihm angeboten, so Matussek und fragt seine AnhängerInnenschaft: »was würdet ihr an meiner Stelle gesagt haben?« Offenbar schien ihm das Angebot so verlockend, dass Matussek den vermeintlichen Headhunter um Bedenkzeit bat und fügte seinem Post an »wobei ich Stephen Bannon für eine interessante Figur halte«.

Blöd nur, dass es laut Titanic so einen Anruf gar nicht gegeben habe. Gegenüber dem Branchendienst Meedia äußerte sich Chefredakteur Tim Wolff: »Ich höre zum ersten Mal von diesem Vorgang«. Auch sonst habe »keiner aus der Titanic-Redaktion angerufen.« Man drücke ihm aber die Daumen, dass er diesen Job bekomme, angesichts seiner Verbreitung von Fake-News passe dieser zu ihm, zitiert Meedia die Satiriker weiter.

Angeblich habe Matussek »vor drei Wochen ein Reporter von Frontal 21 angerufen« und »gefragt, ob es stimmt, dass ich der Deutschland-Chef von Breitbart werde«, erklärte der Ex-Spiegel-Kolumnist wenig später seine Naivität. Zwar habe er diesen Fakt gegenüber dem Frontal-Reporter verneint, allerdings sei die Seite »nicht schlecht gemacht […] n bisschen laut vielleicht« (sic!).

Matussek, der mittlerweile als freier Autor arbeitet, fällt immer wieder durch höchst fragwürdige Statements auf. So äußerte er sich beispielsweise nach den Pariser Anschlägen im November 2015 abfällig über Geflüchtete. In einer darauf folgenden Konferenz der »Welt am Sonntag«-Redaktion soll es zur verbalen Auseinandersetzung zwischen ihm und Chefredakteur Jan-Eric Peters, sowie Vize Ulf Poschardt gekommen sein. Im Anschluss musste Matussek seinen Hut nehmen. Er bestreitet den Eklat bis heute. Der Berliner Tagesspiegel bezeichnete ihn schon damals als »publizistischen Scharfmacher«. fbr

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