Hertha BSC erwirkt einstweilige Verfügung gegen AfD

Streit um ein Twitter-Foto mit dem Profikicker Marvin Plattenhardt geht weiter

Berlin. Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat nach eigenen Angaben eine einstweilige Verfügung gegen die AfD erwirkt. Das Berliner Landgericht habe dem Antrag des Vereins stattgegeben, erklärte Hertha-Sprecher Marcus Jung am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der »Bild«-Zeitung. Bei der Unterlassungsverfügung geht es um die Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Spielers Marvin Plattenhardt.

Nach dem 2:1 gegen Borussia Dortmund hatte sich der AfD-Abgeordnete und Partei-Sportsprecher Frank Scheermesser am Samstag in Fan-Pose zusammen mit dem Schützen des Siegtores fotografieren lassen. Kurz darauf was das Bild auf dem offiziellen Twitterkanal der Berliner AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus aufgetaucht. »Unser Abgeordneter mit dem Siegtorschützen. Langsam wird die Serie unheimlich«, hieß es im dazugehörigen Beitrag. Vielsagend auch die verwendeten Hashtags: Neben Herthas Schlachtruf #hahohe und dem offiziellen Kürzel zur Partie #bscbvb twitterte die Rechtspartei die Schlagworte #AfD und #Glücksbringer.

Nachdem der Freistoß-Spezialist erfahren hatte, mit wem er fotografiert worden war, hatte er die AfD via Twitter aufgefordert, den Tweet mit dem Foto umgehend zu löschen. Er schrieb: »Foto bitte sofort löschen! Ich hatte keine Ahnung, wer sich da mit mir fotografieren lässt! Ich distanziere mich klar!« Seinen Fans gefiel die schnelle Reaktion, Tausende teilten seine Absage an die AfD. Doch bis zum Mittwochmorgen war der Tweet noch immer nicht gelöscht.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der AfD-Politiker sich mit einem Hertha-Profi ablichten ließ und das Foto kurz darauf via Twitter von der Fraktion verbreitet wurde. Schon nach dem 1:1 im Spiel Hertha gegen Bayern München am 18. Februar posierte Scheermesser mit dem Berliner Kicker Salomon Kalou. rdm mit Agenturen

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung