»Ja« oder »Nein« - das ist die Frage

55,3 Millionen Türken haben die Wahl

Beim Referendum in der Türkei am Sonntag sind 55,3 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, für oder gegen die Einführung eines Präsidialsystems zu stimmen. Im Ausland - wo 2,9 Millionen wahlberechtigte Türken registriert sind - wurde bereits bis zum 9. April abgestimmt.

Was steht auf den Stimmzetteln?

Auf den von türkischen Medien veröffentlichten Bildern von Muster-Stimmzetteln steht auf der linken Hälfte »Ja« auf weißem Hintergrund und auf der anderen »Nein« auf braunem Hintergrund. Der Wähler entscheidet, indem er einen Stempel mit der Aufschrift »tercih« (»Auswahl«) auf den bevorzugten Teil drückt. Dann steckt er den Stimmzettel in einen Umschlag, der in eine Urne kommt. Eine Frage ist auf dem Stimmzettel nicht vermerkt. Nach dem wochenlangen Wahlkampf dürften die Optionen aber bekannt sein.

Wie läuft die Auszählung ab?

Landesweit gibt es gut 167 000 Wahlurnen (Wahllokale haben in der Regel mehrere Wahlurnen). Pro Urne bestimmt die Wahlkommission des jeweiligen Bezirks einen Vorsitzenden. Die fünf stärksten Parteien in der Region dürfen jeweils einen Vertreter entsenden, der die Abstimmung und die Auszählung beobachtet. Diese Beobachter unterzeichnen das Ergebnis aus der jeweiligen Urne, bevor die Stimmzettel und das Wahlergebnis zur Wahlkommission des Bezirks gebracht werden.

Was passiert mit den Stimmen aus dem Ausland?

Die versiegelten Wahlurnen wurden bereits mit einem Flugzeug unter Aufsicht nach Ankara gebracht. Am Wahltag werden die Stimmen nach Schließung der Wahllokale ebenfalls unter Beobachtung von Regierungs- und Oppositionsparteien ausgezählt.

Gibt es auch internationale Wahlbeobachter?

Ja. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat elf Experten nach Ankara entsandt. Zusätzlich sind seit dem 25. März 24 ausländische Langzeitbeobachter der OSZE im Land im Einsatz.

Darf auch in den türkischen Gefängnissen gewählt werden?

Ja. Auch die zahlreichen inhaftierten Regierungskritiker kön-nen ihre Stimmen abgeben.

Wann ist mit den ersten Ergebnissen zu rechnen?

Am Abend des Referendums. Unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale beginnt die Auszählung. Die Wahlbehörde entscheidet, wann Medien Ergebnisse veröffentlichen dürfen. dpa/nd

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