Steuerprüfung bei Millionären mangelhaft

Nur elf von 489 Einkommensmillionären haben 2016 Besuch von Prüfern der Finanzämter in der Hauptstadt bekommen. Und das, obwohl jede Sonderprüfung im Schnitt der letzten zehn Jahre knapp 90 000 Euro zusätzliche Einnahmen für den Fiskus bedeuteten. Das ergab die Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der LINKEN-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg und Steffen Zillich. Für rund ein Viertel aller Einkommensmillionäre ist das Finanzamt Zehlendorf zuständig, dort gab es im Vorjahr ganze zwei Sonderprüfungen. Überhaupt keine Prüfungen gab es bei den Finanzämtern Charlottenburg und Mitte/Tiergarten, zusammen zuständig für ein weiteres Viertel der Berliner Großverdiener. 2006 gab es in der Hauptstadt noch 602 Millionenverdiener, immerhin 72 Sonderprüfungen wurden damals noch durchgeführt.

»Steuerprüfungen bei Einkommensmillionären lohnen sich. Umso unverständlicher ist, dass die Prüfungen in den vergangenen Jahren zurückgefahren wurden. Mit Steuergerechtigkeit hat das nichts zu tun«, erklären die Abgeordneten und kündigen an, in der rot-rot-grünen Koalition darüber sprechen zu wollen, wie hier Mehreinnahmen erzielt werden können. nic

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