Leuchtendes Vorbild?

Studie: Umrüstung auf LED-Beleuchtung spart Energie, führt aber zu steigender Lichtverschmutzung

Kommunen, Unternehmen und Haushalte steigen auf LED-Beleuchtung um, um Energie und Geld zu sparen. Nur könnte die Einsparung verloren gehen, wenn das Geld für zusätzliche oder hellere Lampen ausgegeben wird. Für diesen sogenannten »Rebound-Effekt« liefert jetzt eine internationale Studie unter Leitung von Christopher Kyba vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) Belege: Sowohl die Intensität der künstlichen Aufhellung als auch die Ausdehnung der beleuchteten Fläche haben seit 2012 weltweit um rund zwei Prozent pro Jahr zugenommen, schreiben die Forscher im Fachblatt »Science Advances« (DOI: 10.1126/sciadv.1701528). Für die Studie wurde erstmals das eigens für diesen Zweck 2011 mit dem Satelliten Suomi-NPP gestartete Strahlungsmessgerät VIIRS (Visible/Infrared Imager Radiometer Suite) genutzt.

Allerdings zeigt ein Vergleich der VIIRS-Daten mit Fotografien aus der Internationalen Raumstation ISS für manche Städte, dass VIIRS eine Abnahme der Intensität misst, während die Städte tatsächlich genauso hell blieben oder sogar noch heller strahlten. Grund sind weiße LED-Lampen, deren kurzwelliges Licht der VIIRS-Sensor nicht »sieht«. Das betrifft vor allem das gestreute Licht, das für den so genannten Lichtdom über großen Orten sorgt. Gleichwohl gibt es Hoffnung auf Besserung. Laut Kyba ließe sich mit Hilfe moderner LED-Technik die Lichtemission um zwei Drittel senken, ohne dass die Menschen das als dunkler wahrnähmen. nd

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