Von der Gründung bis zum Prozess

Chronologie des Schlecker Konzerns

1975: Anton Schlecker eröffnet in Kirchheim/Teck (Baden-Württemberg) seine erste Drogerie. Zwei Jahre später sind es bundesweit 100 Filialen.

1987: Schlecker expandiert ins Ausland - zuerst nach Österreich. Nach dem Fall der Berliner Mauer öffnen schnell Märkte in den neuen Bundesländern.

1994: Schlecker betreibt nach eigenen Angaben rund 5000 Läden. Gewerkschafter kritisieren, Mitarbeiter würden schikaniert und schlecht bezahlt. Schlecker spricht von Einzelfällen.

1998: Anton Schlecker und seine Frau Christa werden wegen Lohndumpings zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt. Sie hatten Beschäftigte jahrelang unter Tarif bezahlt.

2007: Nach eigenen Angaben ist Schlecker mit mehr als 14 000 Märkten in 13 Ländern europäischer Marktführer in der Drogeriebranche. Über Jahre gibt es aber Kritik an Dumpinglöhnen und Leiharbeit.

2011: Nach Jahren in den roten Zahlen beginnt ein radikaler Umbau des Filialnetzes.

2012: Im Januar meldet Schlecker Insolvenz an. Im Sommer werden die letzten Filialen geschlossen, 25 000 Beschäftigte in Deutschland verlieren ihre Jobs. Die Gläubiger fordern mehr als eine Milliarde Euro.

2013: Im März zahlt die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter im Streit um übertragenes Firmenvermögen 10,1 Millionen Euro. Anton Schlecker hatte vor der Insolvenz unter anderem seine Villa im Wert von zwei Millionen Euro an seine Frau übertragen. Später zahlt die Familie weitere vier Millionen Euro.

2016: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt im April Anklage gegen Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts. Insgesamt soll er etwa 25 Millionen Euro beiseite geschafft haben. Auch seine Ehefrau, seine beiden Kinder und zwei Wirtschaftsprüfer sind angeklagt - wegen Beihilfe, Insolvenzverschleppung oder Untreue.

2017: Im März beginnt in Stuttgart der Prozess. Nach der Zahlung von Geldauflagen werden im Mai die Verfahren gegen Schleckers Ehefrau Christa und die Wirtschaftsprüfer eingestellt. Für die übrigen Angeklagten hatte die Staatsanwaltschaft bis zu drei Jahre Haft gefordert. dpa/nd

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