Anti-Feminist

Der niederländische »Politiker des Jahres« heißt Thierry Baudet

  • Von May Naomi Blank
  • Lesedauer: 2 Min.

In einer Umfrage des niederländischen Fernsehprogramms Een Vandaag wurde Thierry Baudet zum Politiker des Jahres gewählt. Sein Profil: Nationalismus, direkte Demokratie und vor allem Anti-Feminismus.

Aus dem Nichts erhielt der 34-Jährige bei der letzten Parlamentswahl in den Niederlanden im März dieses Jahres 187 162 Stimmen und besetzte mit seiner Partei Forum voor Democratie zwei Sitze im Parlament. Damals ging ein Aufschrei durch die Social-Media-Kanäle. Der Grund der Aufregung: Baudet ist bekannt für seine Kontakte zur Neuen Rechten in den USA und seine Sympathien für den »Pickup-Artist« Julien Blanc, der Kurse anbietet, in denen es darum geht, Frauen zum Sex zu überreden.

Der 1983 geborene Baudet studierte in Leiden Jura. Während seines Studiums entwickelte er sich zum Euroskeptiker. In seiner Promotionsschrift von 2012 vertrat er die These, Multikulturalismus und die Europäische Integration gefährdeten die Zukunft des demokratischen Rechtsstaates. 2014 publizierte Baudet seinen ersten Roman, der vernichtende Rezensionen erhielt. Er schrieb, Frauen wollten von ihrem Sexpartner nicht mit Respekt behandelt werden: »Die Realität ist, dass Frauen überrumpelt, beherrscht, ja: übermannt werden wollen.« Diese Überzeugung wiederholte Baudet in ähnlicher Form in Kommentaren und Interviews immer wieder. Zum Beispiel mit den Worten: »Wenn eine Frau Nein sagt, musst du nicht denken, sie will nicht, sondern sagen: ›Schätzchen, lass uns noch was trinken gehen‹ und sie einfach weiter bedrängen.«

2015 organisierte Baudet mit dem rechten Blog Geen Stijl ein Referendum gegen den Assoziationsvertrag zwischen der EU und der Ukraine und erlangte so nationale Bekanntheit. Er bekundete öffentlich seine Sympathien für die Front National und die FPÖ. Geflüchtete sollten seiner Meinung nach interniert werden. Viele, die bei der Wahl zum Politiker des Jahres nun für ihn stimmten, gaben an, Baudets »rhetorische Stärke« und seine »frische Ausstrahlung« zu bewundern.

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