Werbung
  • Politik
  • Verschwendung bei der Bundeswehr

Bundesrechnungshof kritisiert fehlerhafte Modernisierung

Durch Fehler im Projektmanagment der Bundeswehr haben sich die Kosten verfünffacht / Piloten verschwendeten über eine Million Euro

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Der Bundesrechnungshof hat der Bundeswehr die Verschwendung von Millionen-Beträgen bei der Modernisierung von Fregatten vorgeworfen. »Die Bundeswehr hat bei der Modernisierung von IT-Systemen auf Schiffen Fehler im Projektmanagement gemacht«, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Bundesrechnungshofs. »Gerade bei so komplexen Vorhaben ist es wichtig, dass die Bundeswehr genau plant und steuert«, sagte der Präsident des Rechnungshofes, Kay Scheller. Die Folge: Die Kosten pro Schiff verfünffachten sich von sechs Millionen auf 30 Millionen Euro.

Dem Bericht zufolge beschrieb die Bundeswehr die erforderliche Leistung nicht detailliert genug und vereinbarte »ungünstige« Abnahmekriterien. »In der Folge verzögerte sich die Modernisierung um mehrere Jahre«, kritisierte der Bundesrechnungshof in einem Ergänzungsbericht zum Jahresbericht 2017.

Der Bundesrechnungshof wirft der Bundeswehr zudem vor, Übungsmöglichkeiten in Eurofighter-Simulatoren nicht ausgenutzt zu haben. Piloten des Kampfflugzeugs Eurofighter sollen nach einer Nato-Forderung jährlich 180 Flugstunden absolvieren, wovon sie einen Teil in Simulatoren leisten können.

»Obwohl nicht genügend Eurofighter für die fliegerische Ausbildung zur Verfügung standen, nutzte die Luftwaffe Übungsmöglichkeiten im Simulator nicht vollumfänglich«, heißt es in dem Bericht. »Fliegerische Fähigkeiten konnten dadurch nur eingeschränkt aufgebaut und erhalten werden.«

Unter dem Strich habe die Luftwaffe bereitstehende und bezahlte Simulatorkapazitäten im Wert von 1,8 Millionen Euro verfallen lassen. Der Bundesrechnungshof fordert, die Luftwaffe müsse ihre Simulatorkapazitäten bestmöglich nutzen, um fehlende Übungsmöglichkeiten im Eurofighter soweit wie möglich zu kompensieren. Agenturen/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung