Umfrage: LINKE drittstärkste Kraft in Bremen

SPD und Grüne verlieren an Zustimmung / Rot-Rot-Grün bei 55%

  • Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 3 Min.

In Bremen verschieben sich die politischen Verhältnisse. Laut einer aktuellen Umfrage würde die Linkspartei 15 Prozent der Stimmen erhalten, wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl wäre. Damit schiebt sich die LINKE knapp vor die Grünen und wäre drittstärkste Kraft in der Hansestadt. Bei der letzten Wahl im Jahr 2015 hatte die Partei noch 9,5 Prozent der Stimmen erhalten.

Nun liegt die Partei vor den Anfang 2019 stattfindenden Wahlen im kleinsten Bundesland Deutschlands eindeutig im zweistelligen Bereich. »Gute Nachrichten zum 1. Mai« jubelte die LINKE-Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm am Dienstag auf Twitter. Auch die Linkspartei-Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft Miriam Strunge freute sich über »Rückenwind«. Nun müsse man ein »TOP Wahlprogramm hinlegen«. Aktuell läge Rot-Rot-Grün bei 55 Prozent. In Zukunft können SPD und Grüne nur mit der Linkspartei eine Regierung links der Mitte bilden.

Denn laut Umfrage, die die Meinungsforscher von InfratestDimap für den Weserkurier durchgeführt haben, haben SPD und Grüne an Zuspruch verloren. Während die Sozialdemokraten 2015 noch 32,8 Prozent der Stimmen der Wahlberechtigten Bremer erhalten hatten, wären es aktuell nur noch 26 Prozent. Auch im »sozialdemokratischen« Bremen – hier regiert die SPD seit 1946 mit - setzt sich damit der Abwärtstrend der Partei fort.

Die Grünen kommen in der aktuellen Umfrage unter 1002 Bremern auf 14 Prozent und würden damit knapp hinter der Linkspartei an vierter Stelle liegen. Das »Rennen« um den dritten Platz scheint damit – bei einem Umfragefehler von zwei bis drei Prozentpunkten –offen. Insgesamt kommt das derzeit regierende Bündnis aus Sozialdemokraten und Grünen damit nur auf 40 Prozent der Stimmen.

Die CDU kann nur wenig profitieren vom Stimmenverlust der Sozialdemokraten und der Unzufriedenheit mit Rot-Grün. Sie erhielt bei der letzten Bürgerschaftswahl 22,4 Prozent, aktuell würde die Partei laut Umfrage 24 Prozent der Stimmen erhalten. Die Konservativen wollen eigentlich mehr erreichen.

Auch andere Parteien rechts von Rot-Grün profitieren kaum. Laut Umfrage würde die FDP derzeit 7 Prozent der Stimmen erhalten, bei der Wahl 2015 konnte sie mit 6,6 Prozent ein ähnliches Ergebnis erzielen. Zuletzt hatte die Partei das Ziel ausgegeben mit einer Jamaika-Koalition die jahrzehntelange SPD-Herrschaft zu beenden.

Die Alternative für Deutschland (AfD) kann aktuell auf ein Wahlergebnis von 9 Prozent hoffen. 2015 erhielten die Rechtspopulisten zwar nur 5,5 Prozent, doch damals stimmten auch 3,2 Prozent der Bremer Wahlberechtigten für die rechten »Bürger in Wut« (BIW). In einer früheren InfratestDimap Umfrage vom Januar 2017 lag die rechtsradikale Partei noch bei 11 Prozent.

Für die InfratestDimap-Befragung wurden vom 13. bis 18. April 1002 zufällig und repräsentativ ausgewählte Bremer telefonisch befragt.

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal