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Die Rückkehr der Güter-Tram

Wie Güter-Straßenbahnen die Städte vor Smogs und Staus retten sollen

Autos und LKW sind mit ihren Abga-sen wahre Klimakiller, die zudem die Straßen in den Städten verstopfen. Deshalb gilt es als besonders umweltfreundlich, das Auto in der Garage zu lassen und mit der Straßenbahn zur Arbeit oder zum Einkauf zu fahren. Doch die Tram kann mehr als nur Personen befördern. In einigen Städten gibt es inzwischen auch wieder eine Güterstraßenbahn.
Lange Zeit war es still um die Güter-Tram, doch jetzt kommt sie wieder. Der Startschuss fiel Anfang 2001. Seitdem fährt die CarGo Tram in Dresden. Sie beliefert die Gläserne Manufaktur von VW auf den Schienen der Dresdner Verkehrsbetriebe mit Produktionsteilen, die sie in dem Logistikzentrum in der Friedrichstadt abholt. Dabei können die beiden rund 3,2 Millionen Euro teuren Züge, die im Einsatz sind, insgesamt jeweils eine Last von 60 Tonnen aufnehmen. Obwohl sich ihr Gebrauch nur auf die Belieferung des VW-Werks beschränkt, diente sie anderen Projekten als Vorbild. Besonders ambitioniert ist man in Amsterdam. Dort wurde im März ein Pilotprojekt der CityCargo durchgeführt, bei dem zwei Güterstraßenbahnen durch die Grachtenstadt fuhren. An zwei Umschlagstationen nahmen Lieferfahrzeuge Transportgüter auf und lieferten sie an die Testkunden aus. Jetzt will der Amsterdamer Stadtrat prüfen, ob der Testlauf erfolgreich war und die Güter-Tram weiter durch Amsterdam fahren wird. Geht es nach den Betreibern, dann könnten ab 2008 rund 50 Gütertrams die Amsterdamer Innenstadt beliefern. Neben 1200 neuen Arbeitsplätzen, die durch die Straßenbahn geschaffen werden, will CityCargo die Stadt vom Lärm der Autos befreien und die Luft sauberer machen. Ihre Experten gehen davon aus, dass die Luftverschmutzung durch Feinstaub, CO2 und Stickoxiden um bis zu 16 Prozent zurückgehen wird. Ganz anders wird die CargoTram in Zürich benutzt. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VZB) organisieren hier seit April 2003 zusammen mit der Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) die Sperrmüllabfuhr. Die Züricher können so alte Möbel und ähnliches einmal im Monat an neun Trambahnhaltestellen abgeben, statt sie selbst wegzufahren. Die CargoTram ist so beliebt, dass Anfang 2006 zusätzlich die E-Tram in Betrieb genommen wurde, mit der die Bürger ihre Elektrogeräte entsorgen können. Die GüterBim in Wien befördert seit Mai 2005 in Wien hauptsächlich Ersatzteile zwischen den einzelnen Betriebshöfen. Seit Januar 2006 soll ein neues Logistiksystem, die GüterBim-Telematik, private Unternehmen als Vertragspartner anlocken. Bis jetzt haben sie aber noch keine festen Kunden, weil die Testphase erst im Juni abgeschlossen sein wird. »Ich bin zuversichtlich, dass wir viele Kunden haben werden. Aber für den späteren Betrieb sollte eine eigene Gesellschaft gegründet werden«, sagt Vera Fochler vom Logistikunternehmen TINA Vienna, das mit den Verkehrbetrieben und anderen Unternehmen die GüterBim betreibt. Einen Werbegag der besonderen Art erlaubten sich die Betreiber der Bim in der letzten Weihnachtszeit. Da wurde die GüterBim zur PackerlBim und die Wiener konnten sich mit der PakerlBim ihre Weihnachtseinkäufe nach Hause liefern lassen.

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