Mahlsdorf sucht Wege aus dem Verkehrschaos

Die Straßenbahn soll ausgebaut werden, doch das Auto soll bleiben dürfen - auch die Anwohner sind gefragt

  • Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

In die jahrelange Suche nach Auswegen aus dem Verkehrschaos auf der Hönower Straße in Mahlsdorf ist neue Bewegung gekommen. Der Senat hatte Teile der Hönower Straße sowie des Hultschiner Damms für Autos sperren wollen, um dort die Tram zweigleisig ausbauen zu können. Kraftfahrzeuge sollten den Ortskern weiträumig umfahren. Dagegen war das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf.

Anwohner und Gewerbetreibende waren alarmiert, denn viele wollten kein autofreies Zentrum. Das machte die CDU sich zu eigen. Immer wieder nahm der aus Marzahn/Kaulsdorf stammende Abgeordnete Mario Czaja die Senatspläne ins Visier, beschwor drohende Gefahren angesichts Tausender durch Wohngebiete fahrender, Schulewege kreuzender Autos. Die ausstehende Entlastung des »Nadelöhrs« am Bahnhof Mahlsdorf schien Czaja Recht zu geben. Er hatte eine öffentliche Debatte verlangt.

Auch aus Sicht des LINKE-Bezirksverbands ist das Ortsteilzentrum angesichts des wachsenden Verkehrs und der veralteten Tramlinie »längst an seine Grenzen gestoßen«. Der Schulneubau in der Straße An der Schule erhöhe den Handlungsdruck.

Am 23. April hat eine Bürgerversammlung mit Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) endlich die nötige Öffentlichkeit für die anstehende Neuordnung des Verkehrs und den Straßenbahnausbau hergestellt. Der Senat hat die Planungen wieder aufgenommen, will im September in einer öffentliche Planungswerkstatt Zwischenbilanz ziehen.

Aus Sicht der Marzahn-Hellersdorfer Abgeordneten Kristian Ronneburg (LINKE), Iris Spranger (SPD) und Stefan Ziller (Grüne) ist das der richtige Weg. »Unser Ziel ist es, noch in dieser Wahlperiode ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg zu bringen«, teilten sie gemeinsam mit. Derzeit lägen der Senatsverwaltung drei Lösungsansätze vor, die entweder die Verlegung des Auto- oder des Straßenbahnverkehrs aus der Hönower Straße auf Alternativtrassen oder aber ein Einbahnstraßensystem vorsehen. Sie würden vertieft untersucht und dann im Planungsbeirat Mahlsdorf diskutiert.

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