Talentfreie Schwarze Null

Markus Drescher über eine Gesellschaft ohne arme Kinder

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 1 Min.

Armen Kindern entgeht etwas. Die Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten, wenn diese nicht kostenfrei für sie sind. Die Möglichkeit, eine über die schulische hinausreichende Bildung zu erlangen, weil das meistens kostet. Die Chance auf Chancengleichheit mit Kindern, deren Eltern für den Wettbewerb der bestmöglichen Startbedingungen keine Kosten scheuen müssen.

Kinder kostet Armut einiges. Doch wie viel die Gesellschaft? Geht ihr durch den finanziellen Ausschluss nicht auch viel verloren, viel zu viel? Entfaltete Talente etwa, bereichernde Begegnungen, Menschen, die auf einem in Kindheit und Jugend gelegten Fundament ein die Gesellschaft überhaupt erst erhaltendes soziales und kulturelles Engagement gründen. Kann sich Deutschland das leisten? Kann es nicht, will es gesellschaftlicher und ökonomischer Erosion etwas entgegenhalten.

Eine umfassende unbürokratische finanzielle Absicherung plus bestmögliche vorschulische Bildung in Kita und Kindergarten plus Schule, die alle fördert und niemanden zurücklässt - von solchen Investitionen würden Kinder profitieren. Schwarze Null und Schuldenbremsen schaffen ihnen keine Zukunft. Und auch keine Gesellschaft, in der arme Kinder nicht mehr ausgeschlossen werden, sondern sie es einfach nicht mehr gibt.

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