Frau Freiwillig mahnt wieder

Ernährungsministerin Julia Klöckner lagert Verantwortung am liebsten aus, kritisiert Alina Leimbach

  • Von Alina Leimbach
  • Lesedauer: 1 Min.

Tiefstapeln ist bei Julia Klöckner nicht. Bei ihrer ersten Regierungserklärung als Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin deklarierte die CDU-Politikerin ihr Ministerium kurzerhand zum »Lebensministerium« um. Sie erklärte: »Unsere Bürger müssen spüren, dass wir uns um ihre Lebensthemen kümmern.«

Doch das löst Klöckner als Ministerin nicht ein. Denn ihre Lieblingsstrategie ist das Wegschieben von Verantwortung. Zuletzt auch wieder beim Fleisch. Gegenüber der »FAS« forderte sie, dass Verbraucher*innen bereit sein müssten, für mehr Tierwohl und bessere Lebensmittel mehr Geld auszugeben. »Für Billigstpreise bekommen Sie keine höchsten Standards.«

Das ist insofern verantwortungslos, weil ausgerechnet die Frau, die als Ministerin in der Position wäre, mehr Tierwohl durchzusetzen, die Arbeit verweigert. Die Verantwortung wird ausgelagert an die Konsument*innen. Dabei steht hinter ihrem Einkaufsverhalten oftmals eine pragmatische Strategie, zudem können einige nicht mehr ausgeben.

Beim Tierwohllabel fuhr die Ministerin die gleiche Strategie. Härtere Auflagen für Bauern wollte Klöckner nicht erlassen. Stattdessen ist ein Siegel herausgekommen, das Unternehmen freiwillig nutzen können - oder sie lassen es. Doch genau an diesen Punkten müsste Frau Freiwillig ansetzen.

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